Amazon strebt nach maximaler Unabhängigkeit in seinen wichtigsten Kernbereichen. Während der Konzern seine langjährige Logistik-Partnerschaft mit dem US-Postdienst drastisch zusammenstreicht, sichert sich der Tech-Riese gleichzeitig eigene Energiequellen für seine Rechenzentren. Der gestrige IPO-Antrag des von Amazon finanzierten Atomkraft-Entwicklers X-energy markiert dabei einen strategischen Meilenstein auf dem Weg zur kompletten vertikalen Integration.

Atomstrom für die Cloud

Am Freitag reichte der Entwickler von kleinen modularen Reaktoren (SMRs), X-energy, offiziell seinen Antrag auf einen Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq ein. Für Amazon ist dieser Schritt von zentraler Bedeutung. Der E-Commerce-Konzern hatte im Jahr 2025 bereits zwei Finanzierungsrunden über jeweils 700 Millionen US-Dollar für das Energieunternehmen angeführt.

Hintergrund dieses Engagements ist der enorme Strombedarf der konzerneigenen Cloud-Sparte AWS. Ziel der Partnerschaft ist es, bis zum Jahr 2039 rund fünf Gigawatt an nuklearer Kapazität ans Netz zu bringen. Das frische Kapital aus dem Börsengang soll X-energy nun helfen, seine geplante Pipeline von insgesamt elf Gigawatt in den USA und Großbritannien zu realisieren und Amazon so langfristig gegen schwankende Energiekosten abzusichern.

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Drastischer Einschnitt bei der Paketzustellung

Parallel zur Energieversorgung baut Amazon auch sein Liefernetzwerk radikal um. Nach gescheiterten Vertragsverhandlungen im Dezember 2025 plant das Unternehmen, das über den United States Postal Service (USPS) abgewickelte Paketvolumen bis zum Auslaufen des aktuellen Vertrags im Herbst 2026 um mindestens zwei Drittel zu reduzieren.

Um diesen Wegfall zu kompensieren, investiert Amazon vier Milliarden US-Dollar in die eigene Zustelllogistik auf der sogenannten letzten Meile. Der Fokus liegt dabei auf ländlichen Regionen und kleineren Städten. Für den USPS, der im vergangenen Jahr noch 1,7 Milliarden Amazon-Pakete auslieferte und damit sechs Milliarden US-Dollar Umsatz generierte, bedeutet dieser Schritt einen massiven finanziellen Einschnitt, der laut Postmaster General David Steiner sogar zur Insolvenz der Behörde führen könnte.

Milliarden-Investitionen aus eigener Kraft

Die finanzielle Basis für diese strukturellen Veränderungen ist robust. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 steigerte Amazon seinen Gesamtumsatz um 12 Prozent auf 716,9 Milliarden US-Dollar, wobei AWS mit einem Umsatzsprung von 20 Prozent der primäre Wachstumsmotor blieb. Am Aktienmarkt spiegelt sich diese fundamentale Stärke derzeit jedoch nur bedingt wider. Nach einem schwachen Gesamtmarkt-Umfeld am Freitag schloss das Papier bei 178,02 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von 7,91 Prozent.

Die anstehenden Investitionen in Höhe von prognostizierten 200 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 unterstreichen den klaren Fokus des Managements. Amazon nutzt seine enormen operativen Gewinne gezielt, um sich von externen Dienstleistern – seien es Stromversorger oder Logistikpartner – vollständig unabhängig zu machen.

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