Nach einem schwachen Börsenjahr 2025 rückt Amazon wieder stärker in den Fokus der Analysten. Vor allem die Entwicklung im Cloud-Geschäft AWS und die Bewertung für 2026 sorgen für neue Zuversicht. Zugleich bleiben Themen wie autonome Mobilität und hohe Investitionen ein wichtiges Prüffeld – kann sich die Ertragsdynamik nun tatsächlich beschleunigen?

AWS treibt die Investment-These

Jefferies hat seine Sicht auf Amazon angepasst und verweist auf eine aus Analystensicht attraktive Bewertung nach der relativen Schwäche 2025. Im Zentrum steht AWS, die Cloud-Sparte des Konzerns.

Wichtige Punkte aus der Jefferies-Analyse:

  • AWS-Umsatzwachstum beschleunigte sich von 17 % im ersten Halbjahr 2025 auf 20 % im dritten Quartal.
  • Für 2026 erwartet Jefferies ein Wachstum im „mittleren 20er-Prozentbereich“.
  • Der Strukturwandel im KI-Markt soll die Stärken von AWS besser zur Geltung bringen.

Die Analysten argumentieren, dass Amazon in der öffentlichen Wahrnehmung bei Künstlicher Intelligenz hinter Microsoft und Google zurückliegt. Entscheidend sei jedoch, dass der Markt sich von der Phase des „Model-Trainings“ hin zum Betrieb produktiver KI-Anwendungen verlagert. Diese Anwendungsebene erfordere leistungsfähige Infrastruktur für sogenannte Inferenz – genau hier sieht Jefferies AWS klar positioniert.

Bewertung und Margenentwicklung

Aus Bewertungssicht hebt Jefferies ein Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA für 2026 von etwa dem 12-Fachen hervor. Parallel rechnen die Analysten mit steigender Profitabilität.

Kernannahmen:

  • Operative Marge 2025: 11,2 %
  • Erwartete operative Marge 2026: 12,3 %
  • Gesamtumsatzwachstum: Rückgang von rund 12 % (2025) auf etwa 10 % (2026)

Trotz der moderat nachlassenden Wachstumsdynamik beim Konzernumsatz soll sich die Profitabilität verbessern. Begründet wird dies mit einer zunehmenden Gewichtung margenstarker Cloud-Erlöse im Konzernmix. Aus Sicht von Jefferies deutet dies darauf hin, dass sich die hohen Investitionen in Infrastruktur und KI schrittweise in den Margen niederschlagen.

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Weitere Analystenstimmen und KI im Handel

Evercore ISI bekräftigte ebenfalls am Montag ein positives Votum für Amazon und bestätigte ein Kursziel von 335 US‑Dollar. Im Fokus steht hier vor allem der Einsatz von KI im Kerngeschäft Handel.

Die Analysten verweisen auf das Potenzial des KI-gestützten Shopping-Assistenten „Rufus“. Das Tool soll die Konversionsraten im Online-Shop verbessern und damit die Vertriebseffizienz erhöhen. Für die kommenden Quartale sieht Evercore hier zusätzliche Hebel für Umsatz und Ertrag im Handelssegment.

Zoox-Rückruf und autonome Pläne

Daneben bleibt die autonome Fahrtochter Zoox ein Thema. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA hatte am 23. Dezember 2025 einen Rückruf von 332 Fahrzeugen bestätigt. Grund ist ein Softwarefehler in den automatisierten Fahrfunktionen, der zu unerwartetem Bremsen führen kann.

Der Rückruf betrifft zwar nur eine begrenzte Stückzahl, steht aber exemplarisch für die technischen und regulatorischen Herausforderungen im Bereich autonomes Fahren. Für Investoren ist dies ein weiterer Baustein in der Bewertung von Amazons Ambitionen jenseits des Kerngeschäfts.

2025 als Nachzügler – und die Perspektive für 2026

Im Marktumfeld 2025 blieb die Aktie deutlich hinter dem US-Leitindex zurück. Jefferies verweist darauf, dass Amazon-Papiere im vergangenen Jahr lediglich um 5 % zulegen konnten, während der S&P 500 um 16 % stieg. Viele Anleger reagierten zurückhaltend auf die hohen Investitionen in KI- und Cloud-Infrastruktur, ohne kurzfristig sichtbare Ertragseffekte.

Nun sehen einige Analysten Amazon innerhalb der „Magnificent 7“ eher als Nachzügler mit Aufholpotenzial für 2026. Die Trennung zwischen zyklisch beeinflusstem Handelsgeschäft und wachstumsstarker Cloud-Sparte bleibt dabei zentral. Während der Handel weiter unter konjunkturellen Faktoren steht, signalisiert das rund 20-prozentige Wachstum von AWS eine wieder zunehmende Dynamik und mögliche Rückgewinnung von Marktanteilen. Gleichzeitig rückt der Fokus stärker auf Margeneffizienz als auf reine Umsatzexpansion – ein Kurs, der sich an der gestiegenen Bedeutung von Profitabilität im Technologiesektor orientiert.

Ausblick auf die nächsten Wochen

Der Blick richtet sich nun auf den nächsten Quartalsbericht Ende Januar, der das wichtige Weihnachtsgeschäft abdeckt. Besonders im Fokus stehen werden:

  • die bestätigten Wachstumsraten von AWS,
  • Aussagen zum Investitionsbudget für 2026,
  • Hinweise zur weiteren Margenentwicklung im Konzern.

Die Aktie notiert heute um 226 US‑Dollar. Mit mehreren großen Häusern, die Kaufempfehlungen und Kursziele im Bereich um 300 US‑Dollar oder darüber aussprechen, hängt die weitere Kursentwicklung nun maßgeblich davon ab, ob sich die beschleunigte Cloud-Story und der erwartete Margenanstieg in den Zahlen zum Jahresauftakt wiederfinden.

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