Almonty sorgt technisch für ein positives Signal, fundamental bleibt das Bild aber deutlich gemischt. Nach dem Sprung über wichtige Durchschnittslinien treffen hohe Bewertung, schwache Profitabilität und eine stark belastete Bilanz auf eine aktive Expansionsstrategie. Wie passt das zusammen?

Technische Stärke trotz Rücksetzer

Die Aktie hat gestern ihre 50-Tage-Linie bei 10,77 C$ nach oben durchbrochen. Der Kurs liegt damit klar über beiden zentralen gleitenden Durchschnitten:
- 50-Tage-Durchschnitt: 10,77 C$
- 200-Tage-Durchschnitt: 8,61 C$

Im Tagesverlauf wurden bis zu 12,54 C$ erreicht, der Schlusskurs lag bei 12,09 C$. Das entspricht einem Rückgang von 3,4 % gegenüber dem Vortag, trotz des grundsätzlich positiven technischen Signals. Das Handelsvolumen belief sich auf rund 847.000 Aktien und unterstreicht das erhöhte Interesse.

Auf 30-Tage-Sicht ergibt sich dennoch ein Plus von 11,8 %. Auf Fünfjahressicht hat sich die Gesamtrendite für Aktionäre deutlich verbessert und die Marktposition des Wolframproduzenten spürbar verändert.

Bewertung und Ergebnislage

Bewertungsseitig hat sich Almonty weit von Branchenkennzahlen entfernt. Die Aktie kommt auf ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 19,6.
Zum Vergleich:
- Durchschnitt Metals & Mining (Kanada): 3,5x
- Peer-Durchschnitt: 12,7x

Almonty notiert damit deutlich über den Referenzwerten.

Fundamental fällt das Bild deutlich schwächer aus:

  • Marktkapitalisierung: 3,10 Mrd. C$
  • Price-to-Book: 19,6x
  • Verschuldungsgrad (Debt/Equity): 225,11
  • Current Ratio: 0,38
  • Quick Ratio: 0,11

Im jüngsten Quartal erzielte das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 0,19 C$ bei Erlösen von 8,70 Mio. C$. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten im Schnitt jedoch nur etwa 0,02 C$ je Aktie. Das negative KGV von -36,64 spiegelt anhaltende Ergebnisprobleme wider.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Almonty?

Managementzugänge mit klarer Stoßrichtung

Auf der Führungsebene stellt sich Almonty neu auf. Mit Guillaume Wiesenbach de Lamaziere wurde ein neuer Chief Development Officer berufen. Der erfahrene Finanzmanager mit CFA-Abschluss soll die Entwicklung der globalen Wolframprojekte in Spanien, Portugal, Südkorea und nun auch in den USA vorantreiben.

Bereits im Dezember 2025 wurde Brigadegeneral a.D. Steven L. Allen als Chief Operating Officer eingesetzt. Er ist unter anderem für die Optimierung der Wolframlieferungen aus den Minen Sangdong und Panasqueira verantwortlich.

Die Personalien unterstreichen den strategischen Fokus auf Ausbau und Effizienz der bestehenden Projekte.

Bilanzrisiken und Analystenziel

Trotz der Expansionspläne bleiben die Bilanzkennzahlen ein zentraler Schwachpunkt:

  • Verschuldungsgrad (Debt/Equity): 225,11
  • Negative Nettomarge: -58,44 %
  • Negative Eigenkapitalrendite: -37,52 %
  • Verlust der letzten zwölf Monate: 65,04 Mio. C$ bei 30,08 Mio. C$ Umsatz

Diese Kombination aus hoher Verschuldung und deutlichen Verlusten signalisiert ein erhöhtes finanzielles Risiko.

Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 10,45 C$ und damit unter dem aktuellen Kursniveau. Der Markt preist damit offenbar bereits einen erheblichen Erfolg der laufenden Expansions- und Effizienzmaßnahmen ein.

Expansion im Wolframgeschäft

Operativ setzt Almonty die Expansion konsequent fort. Mit dem im November 2025 abgeschlossenen Erwerb des Gentung Browns Lake Tungsten Project in Montana ist das Unternehmen in den US-Markt eingetreten.

Parallel läuft an der Panasqueira-Mine in Portugal ein groß angelegtes Bohrprogramm. Ziel ist die Definition einer Erweiterung auf „Level 4“, eine zusätzliche Produktionsebene, die die Förderkapazitäten ausbauen soll.

Als Anbieter eines kritischen Rohstoffs außerhalb Chinas bleibt Almonty für viele Investoren interessant. Angesichts der hohen Bewertung, der angespannten Bilanz und der noch nicht nachhaltigen Profitabilität hängt die weitere Entwicklung jedoch stark davon ab, ob die Projekte in den bestehenden Minen und im neuen US-Gebiet planmäßig und wirtschaftlich realisiert werden.

Almonty-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Almonty-Analyse vom 18. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Almonty-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Almonty-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Almonty: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...