Alibaba steht vor einer Bewährungsprobe. Kurz vor der Vorlage der Quartalszahlen für Q3 des Geschäftsjahres 2026 landete der chinesische Tech-Gigant überraschend auf einer Pentagon-Liste – die Minuten später wieder zurückgezogen wurde. Die Aktie verlor zeitweise über 5 Prozent. Gleichzeitig laufen die Milliarden-Investitionen in Cloud und KI auf Hochtouren. Kann Alibaba sein AI-Versprechen endlich in nachhaltiges Wachstum ummünzen?

Pentagon-Vorfall: Kurzer Schock mit Folgen

Ende Februar 2026 fügte das Pentagon Alibaba, BYD, Baidu und TP-Link einer Liste von Unternehmen hinzu, die angeblich das chinesische Militär unterstützen – nur um die Veröffentlichung Minuten später kommentarlos zurückzuziehen. Trotz des Rückziehers reagierte der Markt nervös: Alibaba-Aktien fielen in Hongkong um über 3 Prozent, die US-Hinterlegungsscheine gaben im erweiterten Handel bis zu 5 Prozent nach.

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Die Aufnahme in die sogenannte 1260H-Liste hätte dem Pentagon verboten, Verträge mit Alibaba oder verbundenen Unternehmen abzuschließen. Zwar wurden keine formellen Sanktionen verhängt, doch gilt eine solche Einstufung als Warnsignal für US-Investoren und oft als Vorstufe schärferer Handelsbeschränkungen. Alibaba wies die Vorwürfe entschieden zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen „Versuche, unser Unternehmen falsch darzustellen" an.

Quartalszahlen unter Beobachtung

Anfang März wird Alibaba die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2026 vorlegen. Die Wall Street erwartet einen Gewinn je Aktie von 1,68 US-Dollar – deutlich unter den 3,09 US-Dollar des Vorjahres. Der Umsatz soll auf rund 42 Milliarden US-Dollar steigen, ein Plus von 8 Prozent im Jahresvergleich.

Der Rückgang beim Gewinn erklärt sich durch massive Investitionen in Cloud-Infrastruktur und schnellen Handel, die im Vorquartal bereits Margen und freien Cashflow belasteten. Das angepasste EBITDA brach ein, der Free Cashflow rutschte ins Negative. Die zentrale Frage lautet: Gelingt es Alibaba, die wachstumsstarken Segmente auszubauen, ohne die Profitabilität weiter zu gefährden?

Cloud und KI als Wachstumstreiber

Alibaba hat sich tiefer als jeder andere chinesische Tech-Konzern auf KI eingelassen. Mit der Qwen-Modellreihe – über 200 offene Modelle, 300 Millionen Downloads weltweit und mehr als 100.000 abgeleitete Modelle – positioniert sich das Unternehmen als KI-Infrastruktur-Champion Asiens. Im Februar 2026 kam Qwen 3.5 auf den Markt, begleitet von Anreizen im Wert von 3 Milliarden Yuan zum chinesischen Neujahrsfest.

Im zweiten Quartal 2026 stieg der Cloud-Umsatz um 34,5 Prozent, KI-Produkte legten dreistellig zu. Goldman Sachs rechnet für das Dezember-Quartal mit einem Cloud-Wachstum von 38 Prozent und für März mit 37 Prozent. Die Bank sieht Alibabas Position entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette – von Chips über Infrastruktur bis zu Anwendungen – in der aktuellen Bewertung noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Das Unternehmen hat zudem 52,4 Milliarden US-Dollar für KI- und Cloud-Infrastruktur über drei Jahre zugesagt. Ob diese Ausgaben schnell genug in Umsatz münden, wird die kommende Berichtssaison zeigen.

Bewertung und Ausblick

Trotz geopolitischer Risiken bleibt die Analystenstimmung konstruktiv. Alibaba trägt ein "Strong Buy"-Rating, basierend auf acht Kauf- und einer Halten-Empfehlung der vergangenen drei Monate. Jefferies-Analyst Thomas Chong bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 225 US-Dollar und verwies auf die enge Integration der Qwen-App mit Alibabas Kerndiensten wie Taobao, Alipay und Amap.

Die nächsten Tage werden entscheidend sein. Sollten die Quartalszahlen zeigen, dass die Umsatzmischung sich in Richtung wachstumsstarker Bereiche verschiebt, könnte das die Investitionsthese stützen – auch wenn die Margen vorerst unter Druck bleiben. Enttäuschende Zahlen hingegen würden Sorgen über Margenerosion verstärken und den Kurs bis weit ins zweite Halbjahr 2026 belasten.

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