Alibaba Aktie: Cloud gegen Gegenwind
Der Nettogewinn brach im Dezemberquartal um rund 66 Prozent ein, die US-notierten Aktien verloren daraufhin etwa 7 Prozent. Auf den ersten Blick ein düsteres Bild. Hinter den Zahlen steckt jedoch eine Spaltung, die für die weitere Entwicklung des Konzerns entscheidend sein dürfte.
Cloud wächst, während der Rest kämpft
Das Cloud-Geschäft legte im Quartal um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu — getrieben von KI-Nachfrage. Besonders auffällig: KI-bezogene Workloads wachsen seit zehn aufeinanderfolgenden Quartalen dreistellig. Das ist kein kurzfristiger Trend.
Mit einem Marktanteil von 35,8 Prozent in Chinas KI-Cloud-Diensten liegt Alibaba deutlich vor der Konkurrenz. ByteDance kommt auf 14,8 Prozent, Huawei Cloud auf 13,1 Prozent, Tencent Cloud auf 7 Prozent. Die Führungsposition ist damit nicht knapp — sie ist komfortabel.
Analysten von Jefferies schätzen, dass Alibaba Cloud 2026 rund 80 Prozent des gesamten Branchenwachstums auf sich vereinen könnte. Marktforscher Omdia prognostiziert, dass Chinas KI-Cloud-Markt bis 2030 jährlich um 26,8 Prozent wächst.
Eine 52-Milliarden-Dollar-Wette
Alibaba investiert massiv in diese Position. Bis 2028 sollen mindestens 380 Milliarden Renminbi — umgerechnet rund 52 Milliarden Dollar — in KI- und Cloud-Infrastruktur fließen. CEO Eddie Wu hat das Ziel ausgegeben, den Cloud- und KI-Umsatz innerhalb von fünf Jahren auf 100 Milliarden Dollar jährlich zu verfünffachen.
Diese Ausgaben belasten den freien Cashflow erheblich und erklären den Gewinneinbruch. Der Kursrückgang von über 18 Prozent seit Jahresbeginn spiegelt diese Unsicherheit wider — die Aktie notiert deutlich unter ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt.
E-Commerce stabilisiert sich, bleibt aber unter Druck
Das China-Handelsgeschäft wuchs im Dezemberquartal um 6 Prozent, gestützt durch Quick-Commerce. Rückkehr zu altem Wachstumstempo ist jedoch nicht in Sicht: Pinduoduo und Douyin setzen mit Niedrigpreisstrategien und Kurzvideoformaten weiter Druck auf.
Zusätzlich drohen geopolitische Risiken. Mögliche Zollerhöhungen westlicher Märkte auf grenzüberschreitende Kleinsendungen könnten das AliExpress-Geschäft direkt treffen.
Bewertung und Rückkaufprogramm als Puffer
Das Forward-KGV ist auf rund 13 gesunken — ein Niveau, das angesichts der Cloud-Wachstumsraten von einigen Analysten als günstig eingestuft wird. Bis März 2027 stehen noch rund 19 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung, was den Kurs zumindest strukturell stützt.
Das Kernproblem bleibt die Gleichzeitigkeit: Das Cloud-Geschäft beschleunigt sich, während das E-Commerce-Segment unter Margendruck steht und die Investitionsausgaben den Gewinn belasten. Ob das Cloud-Wachstum schnell genug an Gewicht gewinnt, um diese Belastungen zu kompensieren, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen — und mit der weiteren Entwicklung der US-Handelspolitik gegenüber China.
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