Alibaba setzt auf Entwickler: Der chinesische Tech-Konzern bündelt vier führende KI-Coding-Modelle in einem neuen Cloud-Abo – und positioniert sich damit direkt gegen Amazon, Microsoft und Google. Doch während die Cloud-Sparte stark wächst, steht die Aktie unter Druck. Am 3. März folgen die Quartalszahlen.

Neues KI-Abo für Entwickler

Alibaba Cloud hat Ende Februar sein Model Studio um ein Multi-Modell-Abo erweitert. Erstmals können Entwickler zwischen vier Open-Source-Modellen – Qwen 3.5, GLM-5, MiniMax M2.5 und Kimi K2.5 – frei wechseln, ohne mehrere Anbieter parallel nutzen zu müssen. Die Lite-Version startet im ersten Monat bei umgerechnet 1,15 Dollar, danach bei rund 6 Dollar. Die Pro-Version kostet zunächst 39,9 Yuan, später 200 Yuan (etwa 29 Dollar).

Die Strategie ist klar: Alibaba will Entwicklerbudgets binden und sich als flexible Alternative zu den globalen Cloud-Giganten etablieren. Zudem weitet der Konzern seine Zusammenarbeit mit BMW aus, um Large Language Models für Automotive-Anwendungen zu entwickeln.

Cloud wächst, Marge drückt

Das Cloud-Geschäft bleibt der zentrale Wachstumstreiber. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte die Cloud Intelligence Group um 34 Prozent auf 39,8 Milliarden Yuan zu. KI-Produkte wuchsen das neunte Quartal in Folge dreistellig.

Doch die aggressive Expansion fordert ihren Tribut: Der bereinigte Gewinn pro Aktie brach um 71 Prozent ein und verfehlte die Erwartungen um rund 20 Prozent. Grund sind verdoppelte Marketing-Ausgaben von 66 Milliarden Yuan, mit denen Alibaba gegen JD.com und Meituan um Marktanteile kämpft. Analysten senkten daraufhin ihre Gewinnprognosen – auch für das laufende Quartal.

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H200-Zugang bleibt unklar

Die Versorgung mit Nvidia-Chips ist komplizierter als es zunächst schien. Im Januar erhielten Alibaba, Tencent und ByteDance von Peking eine grundsätzliche Freigabe für insgesamt 400.000 H200-Chips. Doch endgültige US-Lizenzen stehen weiterhin aus, weshalb keine neuen Bestellungen platziert werden.

Mitte Februar tauchte Alibaba kurzzeitig auf einer Pentagon-Liste von Firmen auf, die angeblich das chinesische Militär unterstützen. Die Liste wurde Minuten später ohne Erklärung zurückgezogen. Alibaba wies die Einstufung entschieden zurück und kündigte rechtliche Schritte an. Die Episode zeigt die anhaltende geopolitische Unsicherheit, unter der der Konzern operiert.

Quartalszahlen am 3. März

Alibaba wird am kommenden Dienstag Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen. Investoren erwarten Klarheit darüber, ob die milliardenschweren KI-Investitionen – über 50 Milliarden Dollar sind für die nächsten drei Jahre angekündigt – zu nachhaltiger Profitabilität führen oder die Margen weiter belasten.

Die Aktie hat seit ihrem Jahreshoch bei 193 Dollar im Februar rund 23 Prozent verloren und notiert bei 122 Euro. Analysten bleiben gespalten: Erste Group Bank stufte Mitte Februar auf "Hold" herunter, Nomura hob das Kursziel auf 237 Dollar an. Die zentrale Frage ist nicht mehr, ob Alibaba wächst – sondern ob das Wachstum sich selbst trägt.

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