Airbus Aktie: Triebwerksstreit eskaliert
Der europäische Flugzeugbauer Airbus greift im Kampf um knappe Bauteile zu juristischen Mitteln. Ein monatelanger Konflikt mit dem Triebwerkshersteller Pratt & Whitney mündet nun in eine formelle Auseinandersetzung um Schadenersatz. Während die profitable Hubschraubersparte heute einen reibungslosen Chefwechsel vollzieht, geraten die Produktionsziele für das wichtigste Verkehrsflugzeug zunehmend unter Druck.
Prioritätenkonflikt bremst A320neo
Im Kern der Auseinandersetzung steht die Frage, wer Vorrang bei der Lieferung der knappen Triebwerke erhält. Airbus wirft der RTX-Tochter Pratt & Whitney vor, Zusagen für Neulieferungen nicht einzuhalten und die Aggregate stattdessen in die eigenen Reparaturwerkstätten umzuleiten. Dort erzielen die Motorenbauer traditionell den Großteil ihrer Gewinne. Für Airbus bedeutet dieser Engpass, dass fertige Flugzeuge der A320neo-Familie nicht an die Kunden übergeben werden können. Die geforderten Schadenersatzsummen dürften in die Hunderte Millionen Dollar gehen, da der Konzern selbst Entschädigungen an wartende Airlines zahlen muss.
Prognose gesenkt, Aktie reagiert
Die fehlenden Antriebe haben direkte Auswirkungen auf die Jahresziele. CEO Guillaume Faury musste die Auslieferungsprognose für 2026 auf 870 Maschinen kappen, obwohl Analysten mit über 900 gerechnet hatten. Auch das Ziel, monatlich 70 bis 75 Jets der A320-Familie zu fertigen, verschiebt sich um mindestens ein Jahr auf Ende 2027. An der Börse sorgte die unsichere Gemengelage zuletzt für Verkaufsdruck, was den Kurs seit Jahresbeginn um rund 15 Prozent drückte. Heute zeigt der Titel bei 41,60 Euro jedoch ein Plus von 3,48 Prozent, wobei ein extrem niedriger RSI-Wert von 10,9 auf eine technisch stark überverkaufte Situation hindeutet.
Führungswechsel bei Airbus Helicopters
Einen Kontrast zu den Problemen im zivilen Flugzeugbau bildet die Hubschraubersparte. Hier übernimmt am heutigen 1. April Matthieu Louvot das Ruder von Bruno Even. Der neue Chef, der zuvor als Strategievorstand des Gesamtkonzerns agierte, findet ein operativ starkes Umfeld vor. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres steigerte die Division ihren Umsatz um 16 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro und lieferte 218 Helikopter aus.
Mit einem Rekord-Auftragsbestand von 8.754 Verkehrsflugzeugen zum Jahreswechsel bleibt die zügige Lösung des Triebwerksengpasses die wichtigste operative Aufgabe für das Management. Die nächste Gelegenheit für Investoren, die Strategie der Konzernführung zu bewerten, bietet die Hauptversammlung am 14. April in Amsterdam, auf der auch über die vorgeschlagene Dividende abgestimmt wird.
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