Fünf Milliarden Euro Ergebnisbelastung pro Jahr — so beziffert VW-Chef Oliver Blume den Schaden durch die US-Zölle. Im Interview mit der Wirtschaftswoche macht er unmissverständlich klar: Ohne finanzielle Kompensation aus Washington gibt es keine großen neuen US-Investitionen.

Die Ausgangslage ist strukturell unangenehm. Jetta und Tiguan laufen im mexikanischen Puebla vom Band und fallen damit unter die 25-Prozent-Importzölle, die seit April 2025 gelten. Das Ergebnis: Nordamerika-Auslieferungen minus zehn Prozent — nicht wegen schwacher Nachfrage, sondern weil die Kalkulation schlicht nicht mehr aufgeht. Modelle wie der ID.4 und der Atlas, die im Werk Chattanooga, Tennessee, produziert werden, sind zollfrei. Sie machten zuletzt rund ein Drittel der US-Verkäufe aus — zu wenig, um die Belastung durch die Mexiko-Produktion aufzufangen.

Ein Konzern unter Druck

Das Zoll-Problem trifft VW in einer Phase, in der die Ergebnisse ohnehin schwach sind. 2025 verdiente der Konzern operativ noch 8,9 Milliarden Euro — ein Rückgang von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sonderbelastungen bei Porsche (4,7 Milliarden Euro) und Zollkosten von 2,9 Milliarden Euro summierten sich auf Sonderkosten von insgesamt 8,8 Milliarden Euro.

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Für 2026 erwartet der Konzern eine operative Umsatzrendite von 4,0 bis 5,5 Prozent, nach mageren 2,8 Prozent im Vorjahr. Die Prognose gilt ausdrücklich nur, solange sich die aktuellen Zollsätze nicht weiter verschärfen.

Scout, Audi — und die Bedingungen

Blume stellt konkrete Ausbaupläne unter Vorbehalt. Das Projekt Scout, das ab 2028 in den USA produzieren soll, ist mit Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro verbunden — 900 Millionen davon sind bereits kompensiert. Auch ein mögliches Audi-Werk in den USA steht laut Blume nur dann zur Debatte, wenn die Zollbelastung sinkt.

Gleichzeitig kritisiert er die Asymmetrie im transatlantischen Handel: Europäische Hersteller zahlen 15 Prozent Zoll auf US-Exporte, amerikanische Autos in Europa werden mit zehn Prozent belastet — mit Perspektive auf null Prozent. „Dieser Deal ist asymmetrisch und verzerrt den Wettbewerb", so Blume.

Die Hauptversammlung am 18. Juni 2026 dürfte diese Fragen in den Mittelpunkt rücken. Angekündigt ist eine Dividende von 5,20 Euro je Stammaktie. Die Volkswagen-Aktie notiert mit einem Minus von rund 16 Prozent seit Jahresbeginn deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 108,30 Euro — der Kurs spiegelt die anhaltende Unsicherheit wider.

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