Während Airbus im Kerngeschäft mit hartnäckigen Lieferengpässen kämpft, liefert ein anderes Prestigeprojekt positive Nachrichten. Der europäische Flugzeugbauer hat in Toulouse die Bodentests für seinen neuen Frachter A350F gestartet. Damit rückt der für dieses Jahr geplante Erstflug in greifbare Nähe und verschafft dem Konzern einen wichtigen zeitlichen Vorsprung gegenüber dem US-Rivalen Boeing.

Komplexe Tests vor dem Abheben

Die aktuelle Testphase in der Endmontagelinie ist weit mehr als reine Routine. Da es sich bei der A350F um einen speziell entwickelten Frachter und nicht um einen umgerüsteten Passagierjet handelt, mussten rund 40 Prozent der üblichen Prüfanweisungen neu erstellt oder angepasst werden. Ingenieure testen nun spezifische Frachtsysteme, die Hauptladeluke sowie Schutzmechanismen gegen das Kippen des Hecks beim Beladen. Parallel dazu durchlaufen zwei spezielle Testmaschinen ein separates Zertifizierungsprogramm der europäischen Luftfahrtbehörde EASA, um die strengen behördlichen Vorgaben zu erfüllen.

Vorteil im Duell mit Boeing

Der Zeitplan ist klar definiert. Bereits im dritten Quartal 2026 soll die A350F zu ihrem Erstflug abheben, bevor in der zweiten Jahreshälfte 2027 die ersten Auslieferungen anstehen. Hier spielt Airbus die Schwäche der Konkurrenz in die Karten. Weil sich der Start von Boeings Konkurrenzmodell 777-8F voraussichtlich bis 2028 verzögert, kann Airbus den Markt früher bedienen. Das spiegelt sich in den Auftragsbüchern wider: Mit 81 festen Bestellungen sichert sich der europäische Konzern aktuell einen Marktanteil von 54 Prozent in diesem Segment. Ein entscheidendes Verkaufsargument ist dabei die Erfüllung der neuen ICAO-Emissionsrichtlinien, die ab 2028 für neue Frachter gelten und ältere Modelle wirtschaftlich unter Druck setzen.

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Kontrastprogramm zum Kerngeschäft

Diese Fortschritte bilden einen starken Kontrast zu den anhaltenden Problemen in der renditestarken Schmalrumpf-Flotte. Wegen fehlender Triebwerke von Pratt & Whitney musste Airbus-Chef Guillaume Faury das Auslieferungsziel für 2026 auf 870 Maschinen kappen – Analysten hatten zuvor mit mehr als 900 gerechnet. Auch die geplante Produktionsrate von monatlich bis zu 75 Flugzeugen der A320-Familie verschiebt sich um mindestens ein Jahr nach hinten. Medienberichten zufolge prüft der Konzern inzwischen sogar rechtliche Schritte gegen den Triebwerkshersteller.

Das Frachter-Programm entwickelt sich somit zu einem strategisch wichtigen Wachstumstreiber, der völlig unabhängig von den aktuellen Triebwerksengpässen der A320-Familie operiert. Sobald die A350F im kommenden Jahr den regulären Dienst aufnimmt, wird sie dem Konzern neue Umsatzquellen erschließen und die Marktposition im lukrativen Frachtgeschäft messbar stärken.

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