Der US-Rüstungskonzern AeroVironment sieht sich aktuell mit einer beispiellosen Häufung negativer Nachrichten konfrontiert. Neben dem drohenden Verlust eines Milliardenauftrags belasten nun auch Untersuchungen wegen möglichen Wertpapierbetrugs und der zeitnahe Abgang zweier Top-Manager das Sentiment. Während das operative Geschäft mit dem Pentagon in einigen Bereichen floriert, ziehen sich Anleger angesichts der massiven Unsicherheiten zurück.

Milliarden-Auftrag auf Eis

Auslöser der aktuellen Talfahrt war ein verhängter Baustopp für das sogenannte SCAR-Programm der US Space Force. Dieses Projekt für Satellitenkommunikation stellte mit einem erwarteten Volumen von rund 1,4 Milliarden US-Dollar den größten Einzelauftrag des Unternehmens dar. Die Aussetzung zwang das Management zu einer Firmenwertabschreibung in Höhe von 151 Millionen US-Dollar und radierte fast 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem unfinanzierten Auftragsbestand.

Entsprechend drastisch fielen die Zahlen für das dritte Quartal aus. Unter dem Strich stand ein operativer Verlust von 179 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein moderates Minus von 3,1 Millionen US-Dollar verzeichnet wurde. Zwar kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 143 Prozent auf 408 Millionen US-Dollar, verfehlte die Markterwartungen von knapp 488 Millionen US-Dollar jedoch deutlich.

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Juristischer Druck und Führungsvakuum

Die operativen Rückschläge rufen nun auch Anwaltskanzleien auf den Plan. Seit dem 19. März prüfen Kanzleien wie Pomerantz LLP im Namen von Investoren mögliche Klagen wegen Wertpapierbetrugs und unrechtmäßiger Geschäftspraktiken.

Erschwerend kommt hinzu, dass AeroVironment diese Phase mit einer ausgedünnten Führungsmannschaft bewältigen muss. Innerhalb weniger Tage kündigten sowohl Chief Operating Officer Brad Truesdell als auch Finanzchef Kevin McDonnell ihren Rückzug an. Beide Manager bleiben vorerst beratend an Bord, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten, bis Nachfolger gefunden sind. An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage deutlich wider: Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 171,25 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von fast 22 Prozent.

Analysten ziehen die Reißleine

Als Reaktion auf die verfehlten Quartalsziele und die gestiegene Unsicherheit rund um das SCAR-Programm passten mehrere Wall-Street-Banken ihre Kursziele nach unten an:

  • Robert W. Baird: Senkung von 260 auf 235 US-Dollar (Rating: "Outperform")
  • Canaccord Genuity: Reduzierung von 330 auf 300 US-Dollar (Rating: "Buy")
  • Royal Bank of Canada: Kürzung von 325 auf 250 US-Dollar (Rating: "Outperform")

Trotz der massiven Belastungsfaktoren bleibt die fundamentale Nachfrage des US-Verteidigungsministeriums nach autonomen Systemen und Laserwaffen wie dem "Locust"-System hoch. Der finanzierte Auftragsbestand stieg bis Ende Januar auf 1,1 Milliarden US-Dollar an. Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Management weiterhin mit einem Umsatz zwischen 1,85 und 1,95 Milliarden US-Dollar sowie einem bereinigten Gewinn von 2,75 bis 3,10 US-Dollar je Aktie. Diese operative Prognose muss das Unternehmen nun gegen den Gegenwind aus juristischen Prüfungen und dem Umbau der Führungsetage verteidigen.

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