AeroVironment hat für 200 Millionen Dollar den kalifornischen Luft- und Raumfahrtspezialisten Empirical Systems Aerospace übernommen — und das nur zehn Monate nach dem 4,1-Milliarden-Dollar-Deal mit BlueHalo. Das Tempo der Expansion ist bemerkenswert. Die Frage ist, ob die Zahlen mithalten können.

Strategische Lücke geschlossen

ESAero bringt vor allem eines mit: die Fähigkeit, von der Konzeptzeichnung bis zur Serienproduktion alles unter einem Dach zu liefern. Das Unternehmen aus San Luis Obispo verfügt über AS9100-zertifizierte Fertigungsanlagen, Expertise in elektrischen und hybriden Antriebssystemen sowie schnelle Prototypenentwicklung. AeroVironment integriert ESAero in seine Sparte für Loitering Munitions — also jene Drohnen, die über einem Ziel kreisen und dann einschlagen. Die Übernahme wurde zu rund 160 Millionen Dollar in Aktien und dem Rest in bar abgewickelt. Laut Unternehmensangaben soll das Geschäft bereits im ersten Jahr positiv zum bereinigten EBITDA beitragen.

Die BlueHalo-Akquisition hatte Kompetenzen in elektronischer Kriegsführung und gerichteter Energie hinzugefügt. ESAero ergänzt dieses Portfolio nun auf der Antriebsseite — zwei unterschiedliche Puzzleteile, die zusammen eine breitere Fertigungstiefe ergeben.

Starkes Wachstum, aber rote Zahlen

Der finanzielle Hintergrund ist komplex. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete AeroVironment einen Umsatz von 408 Millionen Dollar — ein Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr, maßgeblich getrieben durch die BlueHalo-Integration. Gleichzeitig steht ein Nettoverlust von 156,6 Millionen Dollar in den Büchern, unter anderem wegen einer Goodwill-Abschreibung von 151,3 Millionen Dollar.

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Hinzu kommt ein empfindlicher Rückschlag: Die US-Regierung plant, den BADGER-Vertrag im Rahmen des SCAR-Programms der Space Force zu kündigen. Damit fallen rund 1,5 Milliarden Dollar an nicht finanzierten Auftragsoptionen weg. AeroVironment hat seine Jahresprognose entsprechend gesenkt und erwartet nun einen Gesamtumsatz zwischen 1,85 und 1,95 Milliarden Dollar.

Positiv zu vermerken: Der finanzierte Auftragsbestand erreichte mit 1,1 Milliarden Dollar einen Rekordwert, und das Book-to-Bill-Verhältnis lag in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bei 1,6 — ein Zeichen, dass neue Aufträge schneller eingehen als Umsatz verbucht wird.

Management im Rampenlicht

Heute Nachmittag treten CEO Wahid Nawabi und CFO Kevin McDonnell beim J.P. Morgan Industrials Conference in Arlington auf. Das Timing ist kein Zufall: Die Konferenz bietet die Gelegenheit, Investoren direkt zu den offenen Punkten Stellung zu nehmen — ESAero-Integration, SCAR-Ausfall, gesenkte Prognose.

McDonnell selbst scheidet zum 31. Juli 2026 aus dem Unternehmen aus. Die Suche nach einem Nachfolger läuft, während gleichzeitig zwei Großübernahmen verdaut werden müssen. Wie reibungslos dieser Übergang gelingt, wird die Integrationsfähigkeit des Unternehmens in den kommenden Monaten entscheidend mitbestimmen.

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