Goldman Sachs hat Adobe am Dienstag mit einem „Sell"-Rating und einem Kursziel von 290 US-Dollar eingestuft – rund 11 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Die Begründung der Analysten: Generative KI-Tools demokratisieren die Content-Erstellung und setzen Adobes Preissetzungsmacht unter Druck. Die Aktie reagierte prompt und notiert bei 327 US-Dollar in der Nähe des Jahrestiefs.

Zwei Downgrades in einer Woche

Das „Sell"-Rating von Goldman ist bereits die zweite negative Analyst-Einschätzung innerhalb weniger Tage. Am 9. Januar stufte BMO Capital Markets Adobe von „Outperform" auf „Market Perform" herab und senkte das Kursziel drastisch von 400 auf 375 US-Dollar. Die Botschaft beider Banken ist ähnlich: Der Aufstieg günstiger KI-Alternativen könnte Adobes etablierte Position im Markt für Kreativ-Software gefährden.

Goldman spricht in seiner Analyse von „sich verstärkenden KI-Zyklen" als zentralem Risikofaktor. Konkret geht es darum, dass Tools wie Canva zunehmend Marktanteile gewinnen – Daten zufolge nutzen über 50 Prozent der Studenten und fast die Hälfte der Freelancer mittlerweile die günstigere Alternative. Adobe hat zwar mit Firefly ein eigenes KI-Modell in seine Software integriert, doch die Frage bleibt: Ist KI ein Wachstumstreiber oder ein Werkzeug, das kreative Arbeit letztlich zur Massenware macht?

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Starke Zahlen, schwache Stimmung

Die fundamentalen Daten des Unternehmens erzählen eine andere Geschichte. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 legte Adobe solide Ergebnisse vor:

  • Umsatz: 6,19 Milliarden US-Dollar (+10,5 % im Jahresvergleich)
  • Bereinigter Gewinn je Aktie: 5,50 US-Dollar (+14,3 %)
  • Prognose für 2026: Gewinn je Aktie zwischen 23,30 und 23,50 US-Dollar

Trotzdem fokussiert der Markt auf die Wettbewerbsrisiken statt auf den aktuellen Cashflow. Diese Diskrepanz zeigt sich auch im Vergleich mit anderen Tech-Konzernen: Während Alphabet gerade die 4-Billionen-Dollar-Marke bei der Marktkapitalisierung überschritten hat und als KI-Gewinner gefeiert wird, verlor Adobe in den vergangenen zwölf Monaten rund 20 Prozent an Wert.

Entscheidende Marke im Blick

Aus technischer Sicht wird es eng. Bei 327 US-Dollar notiert die Aktie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 311,59 US-Dollar. Ein Bruch dieser Unterstützung könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen und Goldman Sachs' 290-Dollar-Ziel in Reichweite bringen. Für Optimisten spricht das aktuelle Bewertungsniveau: Mit einem KGV von rund 20 könnte die Aktie für Value-Investoren attraktiv werden, die den KI-Diskurs für überzogen halten.

Am 12. März folgen die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres. Bis dahin dürfte die Debatte über Adobes Wettbewerbsfähigkeit im KI-Zeitalter die Kursrichtung bestimmen.

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