Adobe Aktie: Rekordgewinn ignoriert
Adobe hat am Donnerstag die Proxy-Unterlagen für die Hauptversammlung veröffentlicht – und damit zugleich ein beeindruckendes Geschäftsjahr 2025 dokumentiert. Der Umsatz kletterte um 11 Prozent auf 23,77 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie sprang um 35 Prozent auf 16,70 Dollar. Trotzdem: Die Aktie notiert nahe dem tiefsten Stand seit Jahren. Was die Wall Street derzeit beschäftigt, sind nicht die Zahlen von gestern, sondern die Frage, ob Adobe den KI-Wettbewerb von morgen gewinnen kann.
Starke Bilanz, schwacher Kurs
Das Geschäftsjahr 2025 war für Adobe operativ ein Erfolg. Die wiederkehrenden Umsätze (ARR) stiegen auf 25,2 Milliarden Dollar, mehr als ein Drittel davon wird bereits durch KI-Funktionen beeinflusst. Das Unternehmen kaufte eigene Aktien für knapp 12 Milliarden Dollar zurück und reduzierte die Anzahl ausstehender Papiere um über 6 Prozent.
Auch die Nutzerzahlen entwickelten sich positiv: Die monatlich aktiven Nutzer über alle Lösungen hinweg – darunter Acrobat, Creative Cloud, Express und Firefly – wuchsen um mehr als 15 Prozent. Fast die Hälfte der kommerziellen Acrobat-Verlängerungen im vierten Quartal entfiel auf das neue Studio-Angebot.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie dennoch über 26 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 453 Dollar ist sie mehr als 44 Prozent entfernt.
Google und Canva im Nacken
Der Druck kommt von mehreren Seiten. Google hat kürzlich erweiterte Bildbearbeitungsfunktionen in seine Gemini-App integriert – ein direkter Angriff auf Photoshop. Auch Microsoft, Alphabet und der aufstrebende Konkurrent Canva rüsten im Bereich generative KI auf. Die Sorge der Investoren: Adobe könnte Marktanteile verlieren, bevor das eigene KI-Angebot Firefly seine volle Wirkung entfaltet.
Jefferies senkte das Kursziel am 23. Februar von 400 auf 290 Dollar. Die Begründung: wachsende Zweifel an Adobes kurzfristiger Wettbewerbsfähigkeit im KI-Zeitalter.
Firefly als Gegenstrategie
Adobe setzt auf Integration statt Isolation. Firefly ist mittlerweile in zahlreiche Produkte eingebettet, die Nutzung generativer Credits hat sich im vergangenen Quartal verdreifacht. Wer mehr Credits verbraucht, bucht höhere Abonnements oder kauft Credit-Pakete nach – ein Mechanismus, der zusätzliche Einnahmen verspricht.
Parallel baut Adobe sein Werbenetzwerk aus. Partnerschaften mit Amazon, Google, LinkedIn, Microsoft, Snap und TikTok sollen Marketingfachleute stärker an die eigene Plattform binden.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet Adobe mit Erlösen zwischen 25,9 und 26,1 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn je Aktie von 23,30 bis 23,50 Dollar (bereinigt). Die neuen wiederkehrenden Umsätze sollen um rund 2,6 Milliarden Dollar wachsen.
Zahlen am 12. März
Am 12. März legt Adobe die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Analysten erwarten einen Gewinn von 4,85 Dollar je Aktie – ein Plus von 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ob das ausreicht, um die skeptische Stimmung zu drehen, wird sich zeigen. Die operative Qualität des Unternehmens ist mit einer Bruttomarge von 89 Prozent und einer Eigenkapitalrendite von 55 Prozent außergewöhnlich hoch. Die Frage ist, ob der Markt bereit ist, diese Stärke auch wieder zu honorieren.
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