Adidas steht vor einem spannenden Balanceakt: Während Branchenbeobachter über ein mögliches Ende des Sneaker-Booms diskutieren, sendet der Resale-Markt positive Signale. Neue Kollaborationen und digitale Initiativen sollen die Marke im Lifestyle-Segment stärken – doch reichen diese Impulse in einem zunehmend gesättigten Markt?

Resale-Signale und neue Kollektionen

Kern der heutigen Nachrichtenlage ist der „Big Facts Report 2026“ der Handelsplattform StockX. Der Bericht gilt als Stimmungsbarometer für die Begehrlichkeit von Marken bei jüngeren Zielgruppen wie Generation Z und Millennials – und fällt für Adidas positiv aus.

Wesentliche Punkte:

  • StockX sieht gute Chancen für ein starkes Jahr 2026 für Adidas
  • Die fortgesetzte Partnerschaft mit Künstler Bad Bunny wird als wichtiger Treiber der Markenrelevanz hervorgehoben
  • Sekundärmarktpreise gelten als Frühindikator für Nachfrage im regulären Einzelhandel

Diese Einschätzung ist vor allem deshalb relevant, weil der Resale-Markt Trends oft früher widerspiegelt als klassische Verkaufsstatistiken. Begehrte Kollaborationen und limitierte Modelle können so Hinweise liefern, ob eine Marke im Lifestyle-Bereich an Profil gewinnt oder verliert.

Parallel dazu setzt Adidas seine Strategie fort, Kultur und Sport zu verbinden. Heute wurden Details zur kommenden „Stone Roses x Manchester United“-Kollektion bekannt, die am 15. Januar 2026 in den Verkauf geht. Im Fokus stehen Archive-Modelle wie „Tobacco“ und „ZX 600“, die Musik- und Fußballkultur zusammenbringen – ein Feld, in dem Adidas traditionell stark ist.

Auch technologisch zeigt sich der Konzern aktiv. Im Rahmen eines Guidance-Updates des KI-Unternehmens Rezolve Ai wurde Adidas als einer von über 650 Enterprise-Kunden bestätigt. Das unterstreicht die fortlaufende Digitalisierung der Vertriebskanäle und die Einbindung von KI-Lösungen in das Handelsökosystem.

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Marktumfeld: „Peak Sneaker“ als Belastungsfaktor

Die positiven Adidas-spezifischen Nachrichten treffen auf ein insgesamt fragiles Branchenumfeld. Fachmedien wie „Business of Fashion“ stellen offen die Frage, ob die Sneaker-Verkäufe ihren Höhepunkt erreicht haben. Diese Debatte um einen möglichen „Peak Sneaker“ sorgt für Zurückhaltung im gesamten Sektor.

Daten deuten darauf hin, dass Wettbewerber wie Nike zunehmend Wachstum über andere Kategorien wie Clogs generieren. Das signalisiert eine Verschiebung der Konsumpräferenzen und eine gewisse Ermüdung im klassischen Sneaker-Segment. Vor diesem Hintergrund erhält der positive Ausblick von StockX für Adidas besonderes Gewicht: Er legt nahe, dass die Marke über ausgewählte Hype-Produkte ihre Position im Lifestyle-Bereich verteidigen kann, obwohl das Gesamtsegment Anzeichen von Sättigung zeigt.

Börsenseitig spiegelt sich diese Gemengelage in einer eher abwartenden Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert heute um 165,50 Euro und liegt damit nur leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt von 164,05 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt jedoch ein deutlicher Rückgang von rund 31 % zum Tragen, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 261,00 Euro beträgt etwa 37 %. Das Papier bewegt sich damit spürbar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt, was charttechnisch eine anhaltende Schwächephase signalisiert.

Analystendruck und charttechnische Marken

Die aktuelle Stabilisierung um die Marke von 165 Euro ist auch im Licht der jüngsten Analystenkommentare zu sehen. Am 9. Januar hatte die Bank of America eine doppelte Herabstufung vorgenommen und vor einem nachlassenden „Casualization“-Trend gewarnt – also der Tendenz zu mehr Freizeit- und Sportbekleidung im Alltag. Diese Einschätzung hatte die Aktie unter Druck gebracht und eine Suche nach einem neuen Boden ausgelöst.

Der Bereich um 165 Euro gilt nun als wichtige Unterstützungszone. Der RSI von 41,1 deutet darauf hin, dass der Titel weder klar überkauft noch deutlich überverkauft ist. Bricht diese Unterstützung, könnte sich der vorherrschende Abwärtstrend nochmals beschleunigen. Hält sie dagegen, hätten neue Produktimpulse und stärkere Resale-Signale eine bessere Basis, sich auch im Kursverlauf bemerkbar zu machen.

Ausblick: Beweisführung steht an

Entscheidend wird nun, ob die im Resale-Markt sichtbare Nachfrage und die kulturell aufgeladenen Produktlinien tatsächlich in den offiziellen Verkaufszahlen ankommen. Die operative Bestätigung dieser Trends steht noch aus.

Wichtige nächste Punkte:

  • Quartals- und Jahreszahlen: Am 4. März 2026 legt Adidas die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und den Ausblick für 2026 vor. Dann zeigt sich, ob der positive StockX-Befund mit den Primärumsätzen zusammenpasst.
  • Konsumentenbefragungen: Eine aktuelle UBS-Umfrage unter 3.000 Konsumenten zur Markenpräferenz im Running-Segment wird in den kommenden Tagen weiter ausgewertet. Sie dürfte Hinweise liefern, ob Adidas im Wettbewerb mit aufstrebenden Running-Marken wieder Boden gutmacht.
  • Charttechnik: Solange sich der Kurs oberhalb der Zone um 165 Euro hält, bleibt eine Stabilisierung möglich. Neue Belastungen aus dem Marktumfeld oder schwache Zahlen könnten dagegen einen Test der jüngsten Tiefs auslösen.

Unterm Strich präsentiert sich Adidas derzeit als stabiler, aber noch klar nicht befreiter Titel: Positive Impulse aus Resale-Daten, Kollaborationen und Digitalisierung stehen einer skeptischen Branchendebatte und einem deutlich belasteten Kursverlauf gegenüber. Ob aus der aktuellen Seitwärtsphase ein tragfähiger Boden wird, dürfte sich mit den Zahlen am 4. März und den Ergebnissen der Konsumentenstudien konkretisieren.

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