Ein seltenes "Double Downgrade" der Bank of America hat die Adidas-Aktie in dieser Woche massiv unter Druck gesetzt. Doch während die einen Experten vor einem Ende des Sneaker-Booms warnen, rufen andere Analysten fast zeitgleich deutlich höhere Kursziele aus. Diese extreme Divergenz von über 100 Euro in den Bewertungen zwingt Anleger dazu, die Zukunftsaussichten des Sportartikelherstellers neu zu gewichten.

  • BofA-Schock: Herabstufung von "Buy" direkt auf "Underperform" (Ziel: 160 Euro).
  • Gegenstimme: Bernstein Research erhöht Kursziel auf 270 Euro.
  • Kursentwicklung: Schlusskurs am Freitag bei 166,65 Euro.

Argumente der Bären überwiegen kurzfristig

Auslöser der Verunsicherung war die Entscheidung der Bank of America (BofA) am Dienstag, ihr Votum radikal anzupassen. Die Analysten strichen das Kursziel von 213 auf 160 Euro zusammen und begründeten diesen Schritt mit fundamentalen Bedenken. Sie sehen den 20-jährigen Zyklus der "Casualization", in dem Sneaker zunehmend alltagstauglich wurden, als weitgehend abgeschlossen an.

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Zudem warnt die US-Bank vor einer Wachstumsbremse. Nach dem erwarteten Schub durch die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rechnen die Experten mit einer deutlichen Abkühlung des organischen Wachstums auf ein einstelliges Niveau. Verschärft wird die Situation durch den Konkurrenzdruck aufstrebender Marken wie On und Asics, die dem DAX-Konzern Marktanteile abjagen könnten.

Die Sicht der Optimisten

Diametral entgegengesetzt bewertet Bernstein Research die Lage. Die Analysten bestätigten nicht nur ihr "Outperform"-Rating, sondern hoben das Kursziel auf 270 Euro an. Ihre These stützt sich auf die ungebrochene Markenstärke und das Momentum der "Terrace"-Sneaker-Linie rund um Modelle wie Samba und Gazelle. Nach Einschätzung von Bernstein hat dieser Trend seinen Zenit noch nicht überschritten, was Adidas weiterhin Spielraum für selektive Preiserhöhungen und Margensteigerungen geben dürfte.

Charttechnik und Ausblick

Der Markt reagierte auf diese widersprüchlichen Signale nervös. Die Aktie notierte zum Wochenschluss bei 166,65 Euro und handelte damit gefährlich nahe am pessimistischen Kursziel der BofA. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 185,18 Euro signalisiert den aktuellen Abwärtstrend, auch wenn sich der Kurs nach dem ersten Rücksetzer leicht stabilisieren konnte.

Für die kommenden Wochen ist die Verteidigung der Unterstützung bei 160 Euro entscheidend. Ein Bruch dieser Marke auf Wochenschlusskursbasis würde das bärische Szenario charttechnisch bestätigen. Fundamental werden erst die Quartalszahlen im März 2026 zeigen, ob die Warnungen vor einer Trendwende im Sneaker-Markt berechtigt sind oder ob die Optimisten mit ihrer Wachstumsthese recht behalten.

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