Heute Abend legt Xiaomi die geprüften Jahreszahlen für 2025 vor — und erstmals wird dabei ein juristisches Risiko in der Bilanz sichtbar, das bislang kaum quantifiziert war. Der Steuerstreit mit indischen Behörden könnte das Unternehmen weit mehr kosten als bisher bekannt.

Eingefrorene Milliarden belasten die Bilanz

Die indischen Behörden werfen Xiaomi die Hinterziehung von Zollabgaben auf Lizenzzahlungen vor. Die ursprüngliche Forderung von 72 Millionen US-Dollar könnte sich durch Strafzahlungen auf über 150 Millionen US-Dollar verdoppeln. Zusätzlich sind Vermögenswerte im Wert von rund 610 Millionen US-Dollar eingefroren. Der heutige Jahresabschluss ist der erste geprüfte Bericht, der eine vollständige Einschätzung dieser Belastung liefern kann — zentral ist dabei, wie das Management die Rückstellungen bewertet und ob die eingefrorenen Mittel in der Bilanz ausgewiesen werden.

Operativ steht Xiaomi dagegen gut da. In den ersten neun Monaten 2025 stieg der Umsatz um 32,5 Prozent auf 340,37 Milliarden Yuan, der Gewinn legte um 140,2 Prozent auf 35 Milliarden Yuan zu. Das EV-Segment erzielte im dritten Quartal erstmals einen operativen Gewinn — bei einem Umsatzanstieg von 199,2 Prozent im Jahresvergleich.

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Goldman Sachs bleibt optimistisch — mit Abstrichen

Trotz der starken Basiszahlen hat Goldman Sachs die Prognosen zuletzt deutlich zurückgenommen. Als Gründe nennt die Bank steigende Vorleistungskosten in der Elektronik- und Automobilindustrie sowie den schrittweisen Abbau staatlicher EV-Subventionen in China. Die Umsatzprognosen für 2025 bis 2027 wurden um zwei bis neun Prozent gesenkt, der bereinigte Nettogewinn für 2026 sogar um 24 Prozent. Das Kursziel fiel von 47,50 auf 41 Hongkong-Dollar. Das Kaufrating behielt Goldman Sachs jedoch bei — die Bank sieht langfristiges Potenzial, rechnet kurzfristig aber mit weiterem Gegenwind.

Die Skepsis eines Teils der Marktteilnehmer zeigt sich auch im Short-Interest: Es stieg zuletzt auf rund 7,3 Prozent des Streubesitzes, gegenüber etwa 2 Prozent noch Ende September. Die Aktie notiert rund 44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Erste Dividende als Vertrauenssignal?

Neben den Jahreszahlen könnte der Vorstand heute die erste Abschlussdividende seit dem Börsengang beschließen. Das wäre ein Signal, dass das Management die Profitabilität trotz laufender Milliarden-Investitionen in Elektrofahrzeuge, Halbleiter und KI als belastbar einschätzt. Die F&E-Ausgaben sollen 2025 die Marke von 30 Milliarden Yuan überschreiten — mit einem Fünfjahresziel von über 200 Milliarden Yuan.

Ob eine Dividende in diesem Investitionsumfeld tatsächlich beschlossen wird, dürfte die Marktreaktion nach dem Investor-Call um 19:30 Uhr Pekinger Zeit maßgeblich prägen. Die Kombination aus Indien-Risiko, Prognosekürzungen und möglicher Ausschüttungspremiere macht den heutigen Abend zu einem ungewöhnlich dichten Informationsereignis für Anleger.

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