Vulcan Energy hat den Übergang von der Planung zur tatsächlichen Umsetzung geschafft. Mit dem offiziellen Baustart des Lionheart-Projekts in Deutschland beginnt eine neue Phase – und Analysten reagieren mit deutlich höheren Kurszielen. Die Frage ist nun: Kann das Unternehmen liefern?

Spatenstich in Landau

Das Unternehmen hat mit dem Bau seiner integrierten Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage in Landau begonnen. Phase Eins des Projekts ist damit angelaufen. Ziel ist die Produktion von CO2-neutralem Lithium für europäische Elektrofahrzeug-Batterien bei gleichzeitiger Erzeugung erneuerbarer Energie.

Parallel dazu wurde ein Mietvertrag für die zentrale Lithiumanlage im Industriepark Höchst in Frankfurt abgeschlossen. Der Baustart auf dem 77.500 Quadratmeter großen Gelände ist für das erste Quartal 2026 geplant.

2,2 Milliarden Euro stehen bereit

Die Finanzierung steht. Im vierten Quartal 2025 sicherte sich Vulcan Energy ein 2,2 Milliarden Euro schweres Paket für die erste Projektphase. Das Board genehmigte daraufhin die finale Investitionsentscheidung.

Das Finanzierungspaket umfasst 1,185 Milliarden Euro an vorrangigen Darlehen von einem Konsortium aus 13 Kreditgebern, darunter die Europäische Investitionsbank, mehrere Exportkreditagenturen und Geschäftsbanken. Weitere 154 Millionen Euro sind für Betriebskapital und Mehrwertsteuer vorgesehen.

Zusätzlich erhält das Unternehmen 204 Millionen Euro an nicht verwässernden staatlichen Zuschüssen – 100 Millionen Euro für die Geothermie-Infrastruktur und 104 Millionen Euro für die Lithiumproduktion. Ende Dezember verfügte Vulcan Energy über liquide Mittel von 523 Millionen Euro.

Bohrergebnisse übertreffen Erwartungen

Erste Testdaten der Bohrung LSC-1b zeigen einen Produktivitätsindex zwischen 2,1 und 2,5 Litern pro Sekunde und Bar. Die gemessenen Durchflussraten liegen bei 105 bis 125 Litern pro Sekunde – deutlich über den ursprünglich geplanten 84 bis 94 Litern pro Sekunde.

CEO Cris Moreno bezeichnete den Start der neuen Geothermiebohrungen in Landau als Meilenstein. Die Bohrarbeiten sollen 2026 fortgesetzt werden, eine zweite Bohranlage wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

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Produktionsziel und Abnehmer

Phase eins zielt auf eine jährliche Produktionskapazität von 24.000 Tonnen batteriefähigem Lithiumhydroxid ab. Der integrierte Geothermie-Ansatz soll zusätzlich rund 275 GWh erneuerbaren Strom und bis zu 560 GWh Wärmeenergie pro Jahr liefern. Die kommerzielle Lithiumproduktion ist für 2028 vorgesehen.

Verbindliche Zehnjahres-Abnahmeverträge bestehen mit Stellantis, LG Corp, Umicore und Glencore. Allein der Vertrag mit Glencore umfasst bis zu 44.000 Tonnen über acht Jahre. Nach Unternehmensangaben sind rund 72 Prozent der vertraglich zugesicherten Mengen für das erste Jahrzehnt durch Festpreis- oder Mindestpreisvereinbarungen abgesichert.

Analysten heben Kursziele an

Das durchschnittliche Kursziel für Vulcan Energy ist seit Dezember um über 60 Prozent auf 6,10 US-Dollar gestiegen. Analysten begründen die Anpassung mit dem verringerten Risikoprofil des Unternehmens nach erfolgreicher Finanzierung und dem Erreichen operativer Meilensteine.

Van Eck Associates Corporation meldete Ende Januar einen Stimmrechtsanteil von 5,04 Prozent – ein Anstieg von zuvor 3,92 Prozent. Die Gesamtzahl institutioneller Investoren sank zwar im letzten Quartal um fast 28 Prozent auf 26, die durchschnittliche Portfoliogewichtung stieg jedoch um etwa fünf Prozent auf 0,25 Prozent.

Ausblick und offene Fragen

Das Management hat angedeutet, dass für das Erreichen der vollen Produktionskapazität zusätzliches Kapital erforderlich sein könnte. Dies könnte Verwässerung für bestehende Aktionäre oder den teilweisen Verkauf von Vermögenswerten bedeuten.

Am 24. März folgt ein Geschäftsupdate, bei dem Investoren auf Informationen zur Kostenkontrolle und Einhaltung der Bauzeitpläne achten werden. Der Jahresbericht am 30. März und der Quartalsbericht am 29. April sollen weitere Daten zum Baufortschritt und zur Cashflow-Entwicklung liefern.

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