Mit dem Jahreswechsel hat Vonovia nicht nur einen neuen Vorstandschef, sondern auch ein deutliches Vertrauenssignal aus der alten Führungsetage erhalten. Während Luka Mucic als neuer CEO antritt, hat Ex-Chef Rolf Buch kurz vor seinem Abschied massiv auf steigende Kurse gesetzt. Wie passt dieses persönliche Engagement zur aktuellen Börsensituation des DAX-Wohnungsriesen?

Neuer CEO, bekannte Baustellen

Seit dem 1. Januar 2026 führt Luka Mucic den Konzern. Der Manager bringt langjährige Erfahrung als Finanzvorstand bei SAP und Vodafone mit – genau dort, wo Vonovia derzeit am meisten gefordert ist: bei Bilanz, Finanzierung und Kapitalmarktvertrauen.

Das Umfeld bleibt anspruchsvoll. Die Zinswende drückt weiter auf Immobilienbewertungen und Finanzierungskosten. Trotz stabil laufendem Vermietungsgeschäft und verlässlichen Cashflows gelang der Aktie 2025 keine nachhaltige Erholung.

Wesentliche Punkte zum Start ins Jahr 2026:

  • Kurs aktuell: 24,50 Euro
  • Veränderung heute: +0,25 %
  • Veränderung 12 Monate: rund -15 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (30,39 Euro): etwa -19 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: gut -10 %

Die Zahlen verdeutlichen: Vonovia ist an der Börse weiterhin klar unter dem Niveau der vergangenen zwölf Monate unterwegs, auch wenn sich der Kurs zuletzt etwas oberhalb des 52‑Wochen-Tiefs stabilisiert hat.

Buch setzt privat auf Vonovia

Für besonderes Interesse am Markt sorgt eine Transaktion von Ex-CEO Rolf Buch. Am 29. Dezember 2025, also unmittelbar vor seinem Ausscheiden, kaufte er 38.000 Call-Optionen auf die Vonovia Aktie. Bekannt wurde der Deal Anfang Januar.

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Der Kauf von Call-Optionen ist ein klar gerichteter Einsatz: Sie gewinnen vor allem dann an Wert, wenn die zugrunde liegende Aktie spürbar steigt. Dass ein scheidender Vorstandschef kurz vor dem Abschied in dieser Größenordnung privates Kapital einsetzt, werten Marktbeobachter als deutliches Zeichen:

  • Buch rechnet mit langfristig höheren Kursen.
  • Er sieht die Substanz des Portfolios offenbar als intakt.
  • Er signalisiert Vertrauen in die Strategie unter seinem Nachfolger.

Die Botschaft an den Markt: Trotz Kursverlusten der vergangenen Jahre und dem Druck durch höhere Zinsen hält der langjährige Lenker das Bewertungsniveau für attraktiv.

Kursbild: Unter Druck, aber nicht am Boden

Charttechnisch präsentiert sich die Aktie zum Jahresauftakt eher verhalten. Mit 24,50 Euro notiert der Titel nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief von 23,67 Euro. Der Abstand zum 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt ist mit rund -3 % beziehungsweise -10 % spürbar, aber nicht extrem.

Der 14‑Tage-RSI liegt bei 37,3 Punkten und damit knapp oberhalb der klassischen „überverkauft“-Zone. Das passt zu einem Bild, in dem der Wert zwar unter Druck steht, aber keine Panikstimmung herrscht. Die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von knapp 57 % zeigt zugleich, dass die Schwankungsbreite zuletzt hoch war – schnelle Richtungswechsel sind also jederzeit möglich.

Fundamental bleibt das Kerngeschäft stabil, gleichzeitig ist die Aktie mit der deutlichen Korrektur der vergangenen zwölf Monate deutlich von früheren Bewertungsniveaus entfernt. Die im Markt als attraktiv wahrgenommene Dividendenrendite (rund 5 % historisch) unterstreicht das Ertragspotenzial aus Sicht langfristig orientierter Investoren, sofern die Ausschüttungspolitik gehalten wird.

Ausblick: Der „Mucic-Effekt“ muss sich erst beweisen

Die Vonovia Aktie startet damit in eine Übergangsphase: An der Spitze steht mit Luka Mucic ein ausgewiesener Finanzexperte, der insbesondere Bilanzstruktur und Kapitalmarktstory schärfen soll. Parallel setzt sein Vorgänger mit dem großvolumigen Optionskauf ein sichtbares Signal, dass er dem Unternehmen und der künftigen Ausrichtung vertraut.

Für die Kursentwicklung werden in den kommenden Monaten vor allem zwei Faktoren entscheidend sein: Erstens, ob es Mucic gelingt, mit klaren Maßnahmen zur weiteren Bilanzstärkung und Finanzierungssicherheit zu überzeugen. Zweitens, ob die nächsten Quartalszahlen und Ausblicke belegen, dass das operative Geschäft die Belastungen aus dem Zinsumfeld dauerhaft abfedern kann.

Gelingt diese Kombination aus finanzieller Straffung und stabilen Ergebnissen, hätte die Aktie aus dem aktuellen Bewertungsniveau heraus durchaus Spielraum für eine Neubewertung nach oben.

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