Volkswagen Aktie: Überraschende Stabilität
Die Hiobsbotschaften aus den USA hätten am Dienstagmorgen eigentlich das Potenzial gehabt, die Stimmung im Wolfsburger Konzern weiter zu trüben. Doch statt eines Ausverkaufs zeigt sich die Volkswagen-Aktie widerstandsfähig und notiert im frühen Handel sogar leicht im Plus. Während die Absatzzahlen der Tochter Audi massiv einbrechen, scheinen Anleger das "Worst-Case-Szenario" bereits eingepreist zu haben und richten den Fokus auf die Hoffnungsträger des neuen Jahres.
Die Fakten im Überblick:
- US-Geschäft: Kernmarke VW verliert 2025 rund 13 Prozent an Absatzvolumen.
- Sorgenkind Audi: Einbruch von 36 Prozent im wichtigen vierten Quartal.
- Lichtblick: Positive Resonanz auf das neue Cockpit des kommenden ID. Polo.
- Analysteneinschätzung: JP Morgan bestätigt Kursziel von 110 Euro.
Desaströses Quartal für Audi
Die heute veröffentlichten Zahlen zeichnen ein düsteres Bild der Performance in Nordamerika. Besonders im vierten Quartal beschleunigte sich der Abwärtstrend dramatisch: Die Kernmarke VW musste einen Rückgang von fast 20 Prozent hinnehmen. Noch härter trifft es jedoch die eigentliche Ertragsperle des Konzerns. Audi meldete für das Weihnachtsquartal einen Absatzeinbruch von 36 Prozent.
Dieser massive Rückgang verdeutlicht die aktuelle Wettbewerbsschwäche im Premium-Segment, wo fehlende neue Volumenmodelle und ein harter Preiskampf bei Elektrofahrzeugen Spuren hinterlassen. Dass die Aktie bei einem aktuellen Kurs von 103,45 Euro dennoch ein minimales Plus von 0,05 Prozent verzeichnet, überrascht auf den ersten Blick. Marktbeobachter werten dies jedoch als Zeichen einer Bodenbildung: Die schlechten Nachrichten waren erwartet worden und scheinen im Kurs, der auf Jahressicht (YTD) bereits 2,68 Prozent verloren hat, reflektiert zu sein.
Fokusverschiebung auf 2026
Anleger klammern sich derzeit an die Zukunftsperspektiven. Fast zeitgleich zur Absatz-Misere sorgt Volkswagen mit der Enthüllung des Interieurs für den 2026 geplanten ID. Polo für positive Fantasie. Das neue Konzept, inklusive eines "Retro-Modus" im Stile des Golf I, kommt als emotionaler Schritt zur Markenbindung gut an.
Diese Hoffnung auf den neuen Produktzyklus stützt den Kurs. Technisch wird dies durch den RSI-Indikator (Relative Strength Index) von 27,8 untermauert, der auf eine stark überverkaufte Situation hindeutet und kurzfristigen Verkaufsdruck mindert. Auch die US-Bank JP Morgan sieht das Jahr 2026 als Übergangsjahr und beließ ihr Rating trotz der US-Daten auf "Neutral".
Warten auf die Bilanz
Für Investoren verschiebt sich die Aufmerksamkeit nun weg von den nackten Absatzzahlen hin zu deren finanziellen Auswirkungen. Die kommenden Konzern-Finanzdaten für das vierte Quartal müssen zeigen, wie stark der Absatzeinbruch in den USA tatsächlich auf das operative Ergebnis (EBIT) durchgeschlagen hat. Zudem dürfte die CES in Las Vegas in den nächsten Tagen weitere Details zur Software-Strategie liefern. Solange die Aktie die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro – nahe dem 50-Tage-Durchschnitt von 100,95 Euro – verteidigen kann, bleibt die Chance auf eine Stabilisierung intakt.
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