Volkswagen Aktie: Branchenvergleich gestartet
Volkswagen zieht gerade zwei sehr unterschiedliche Hebel gleichzeitig. Auf der einen Seite meldet der Konzern einen handfesten Elektro-Meilenstein, auf der anderen Seite prüft er ausgerechnet Militärfahrzeuge als neue Einnahmequelle. Kann dieser Spagat helfen, deutsche Standorte langfristig auszulasten?
Militärfahrzeuge: Option für Osnabrück
Im Zentrum der Überlegungen steht das Werk Osnabrück. Der Standort gilt im Konzern als Kompetenzzentrum für Cabrios sowie Klein- und Sonderserien. Genau dort wird es aber eng: Die Produktion von Porsche-Modellen läuft im Laufe dieses Jahres aus. Und auch das VW T-Roc Cabrio soll voraussichtlich Mitte 2027 enden. Für die rund 2.300 Beschäftigten braucht es damit neue, verlässliche Aufträge.
Volkswagen hat dafür bereits erste Schritte Richtung Verteidigungssektor gemacht. In den vergangenen Monaten entstanden interne Versuchsträger auf Basis der Nutzfahrzeuge Amarok und Crafter. Diese Spezialumbauten zeigte der Konzern auf der Fachmesse Enforce Tac in Nürnberg einem Sicherheits- und Militärpublikum. Laut Unternehmensangaben punkten die Fahrzeuge durch Flexibilität und vollständige Rückrüstbarkeit – ein Argument, das sie für militärische Flottenbetreiber interessant machen könnte.
Auch aus der Arbeitnehmervertretung kommt Rückenwind: Betriebsratschefin Daniela Cavallo äußerte sich in Medieninterviews offen für Rüstungsprojekte. Sie begründete das mit der geopolitischen Lage und dem Ziel, Europa im Verteidigungsbereich unabhängiger zu machen – und mit der Notwendigkeit, Osnabrück auszulasten.
Elektro-Meilenstein mit Tempo
Parallel liefert das Kerngeschäft eine Erfolgsmeldung: Die Volkswagen Group hat weltweit mehr als vier Millionen vollelektrische Fahrzeuge (BEV) ausgeliefert. Konzernchef Oliver Blume betonte dabei die steigende Dynamik der Transformation. Der Zeitvergleich fällt ins Auge: Für die erste Million seit 2013 brauchte Volkswagen rund zehn Jahre, die vierte Million ging innerhalb von nur zwölf Monaten über die Rampe.
Die bisherigen Auslieferungen werden klar von SUV- und Crossover-Modellen getragen. An der Spitze stehen VW ID.4 und ID.5 mit zusammen über 900.000 Einheiten. Dahinter folgt der VW ID.3 mit rund 628.000 Einheiten. Das Volumen stützt sich auf den Modularen E‑Antriebs‑Baukasten (MEB), der markenübergreifend genutzt wird. Auffällig ist zudem die regionale Verteilung: Rund 68% der bisherigen Elektro-Auslieferungen entfielen auf Europa.
Börse: Der Titel bleibt unter Druck
An der Börse überwiegt zuletzt trotzdem Gegenwind. Die Aktie schloss am Freitag bei 90,32 Euro und verlor am Tag 3,07%. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 10,44% zu Buche, in 30 Tagen sind es 14,63%. Auch der Abstand zum 50‑Tage‑Durchschnitt ist mit -11,25% deutlich. Der RSI (14 Tage) liegt bei 27,8 – ein Wert, der die jüngste Schwäche im Kursbild unterstreicht.
Unterm Strich zeigt sich: Volkswagen skaliert Elektromobilität inzwischen in hohen Stückzahlen, sucht aber gleichzeitig nach unkonventionellen Wegen, um spezialisierte deutsche Standorte wie Osnabrück abzusichern. Konkret dürfte sich die Standortfrage zuspitzen, wenn die Porsche-Fertigung im laufenden Jahr endet – und spätestens mit dem geplanten Auslaufen des T‑Roc Cabrios Mitte 2027 braucht Osnabrück neue, belastbare Aufträge.
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