Viking Therapeutics sucht diese Woche in Miami gezielt den Draht zu institutionellen Investoren. Auf zwei Konferenzen will das Management den Stand des Phase-3-Programms VANQUISH rund um den Wirkstoff VK2735 erläutern. Doch nach zuletzt gesenkten Gewinnschätzungen und Diskussionen um die Verträglichkeit der oralen Tablette bleibt die zentrale Frage: Wie belastbar ist der klinische Vorteil – und zu welchem Preis?

Zwei Auftritte in Miami

Geplant ist ein „Fireside Chat“ auf der Leerink Partners Global Healthcare Conference morgen (10:40–11:10 Uhr US-Ostküstenzeit) sowie 1-on-1-Meetings beim Jefferies „Biotech on the Beach“-Treffen (morgen und übermorgen). Eine Aufzeichnung des Leerink-Gesprächs will das Unternehmen anschließend auf seiner Investorenseite bereitstellen.

Der Zeitpunkt ist nicht zufällig: Für den Kurs sind vor allem Fortschritte und Daten aus VANQUISH der maßgebliche kurzfristige Treiber. Gleichzeitig haben Analysten ihre Gewinn-pro-Aktie-Schätzungen gesenkt und für die anstehenden Ergebnisse einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet. Damit rücken auch Verluste, Cashburn und ein potenzieller Verwässerungsdruck stärker in den Vordergrund.

VANQUISH bleibt der zentrale Kurstreiber

In VANQUISH laufen zwei Phase-3-Studien zur subkutanen (gespritzten) Form von VK2735 bei Adipositas. VANQUISH-1 ist laut Unternehmen bereits vollständig und früher als geplant rekrutiert, VANQUISH-2 nähert sich der Vollrekrutierung.

VANQUISH-1 ist als randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Multicenter-Studie ausgelegt. Untersucht werden Wirksamkeit und Sicherheit einer einmal wöchentlichen Injektion über 78 Wochen. Eingeschlossen wurden rund 4.650 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht plus mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung.

Zusätzlich läuft eine Erhaltungsdosis-Studie: Nach Woche 19 wechseln Teilnehmer in verschiedene Regime, darunter wöchentliche, zweiwöchentliche und monatliche subkutane Gaben sowie tägliche oder wöchentliche orale Dosierung oder Placebo. Ziel ist es, Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik über die Schemata hinweg zu bewerten; explorativ wird auch die Gewichtsveränderung bis Woche 31 erfasst.

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Rückenwind liefert zudem eine Publikation in Obesity zu Phase-2-Daten (VENTURE) für die wöchentliche Injektion: Über 13 Wochen wurden im Mittel Gewichtsreduktionen von bis zu 14,7% gegenüber Ausgangswert berichtet – ohne erkennbares Plateau. Die meisten Nebenwirkungen wurden als leicht oder moderat eingestuft.

Orale Tablette: Wirkung da, Verträglichkeit als Knackpunkt

Komplexer fällt das Bild bei der oralen VK2735-Tablette aus. In einer 13‑Wochen-Auswertung zeigten Teilnehmer unter einmal täglicher Gabe statistisch signifikante Gewichtsreduktionen von bis zu 12,2% gegenüber Ausgangswert. Gegenüber Placebo lag der Unterschied bei bis zu 10,9%. Die Abnahmen entwickelten sich über alle Dosierungen hinweg fortschreitend, ein Plateau zeigte sich nach 13 Wochen nicht.

Gleichzeitig sorgte die Abbruchquote für Unruhe: Insgesamt beendeten 18% der Placebo-Teilnehmer die Behandlung vorzeitig, bei VK2735 waren es 28%. Der Effekt war dosisabhängig – von 20% bei den beiden niedrigsten Dosen bis zu 38% bei der höchsten Dosis. Haupttreiber war Übelkeit. Als die Daten veröffentlicht wurden, fiel die Aktie laut Bericht zeitweise um bis zu 37%.

Zu den Nebenwirkungen: 98% der als arzneimittelbedingt gemeldeten behandlungsbedingten Ereignisse wurden als leicht oder moderat eingestuft; bei gastrointestinalen Ereignissen lag dieser Anteil bei 99%. Einige Analysten verwiesen darauf, dass in einer zulassungsrelevanten Studie auch niedrigere Dosen als Erhaltungsdosis infrage kommen könnten und dass sich die Verträglichkeit verbessern kann, wenn die Aufdosierung über vier statt zwei Wochen gestreckt wird.

Im Wettbewerbsvergleich erfüllte VK2735 zwar den primären Endpunkt, lag beim Gewichtsverlust aber hinter Novo Nordisk (Rybelsus) und Eli Lilly (orforglipron). Ein Analystenhaus merkte zugleich an, dass die höchsten Dosen in demselben 13‑Wochen-Zeitraum „klar“ über Lillys Kandidaten gelegen hätten – betonte jedoch, dass Quervergleiche wegen unterschiedlicher Studiendesigns vorsichtig zu interpretieren sind. Nach einem End-of-Phase-2-Treffen mit der FDA plant Viking, die orale Variante im dritten Quartal in Phase 3 zu bringen.

Zum jüngsten Unternehmens-Update gehören zudem eine Liquiditätsposition von 706 Mio. US‑Dollar, eine Rekrutierung von über 4.500 Teilnehmern in VANQUISH‑1 sowie Daten aus der vollständig rekrutierten Erhaltungsdosis-Studie, die für das dritte Quartal erwartet werden. Außerdem ist für das erste Quartal ein IND-Antrag für einen Dual-Amylin/Calcitonin-Agonisten angekündigt. Parallel schloss Viking einen mehrjährigen Fertigungsvertrag mit CordenPharma zur großskaligen VK2735-Produktion.

Entscheidend für die nächsten Monate sind damit vor allem zwei Fixpunkte: die weiteren Fortschritte und Auswertungen aus VANQUISH sowie die konkrete Ausgestaltung der Phase‑3-Studie für die orale Tablette, deren Start Viking für das dritte Quartal plant.

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