Der US-Krankenversicherer UnitedHealth steht vor einer harten Bewährungsprobe. Nach einem vierten Quartal, das von unerwartet stark steigenden Behandlungskosten geprägt war, folgt nun die Ernüchterung für das laufende Geschäftsjahr. Statt des gewohnten Wachstums steht eine seltene Umsatzschrumpfung im Raum, während das Unternehmen versucht, seine Profitabilität durch einen radikalen Strategiewechsel zu retten.

Explodierende Kostenbelastung

Auslöser der aktuellen Unsicherheit sind primär die Zahlen zum abgelaufenen vierten Quartal. Zwar konnte der Umsatz im Jahresvergleich noch um 12,3 Prozent zulegen, doch die Profitabilitätskennzahlen offenbaren erhebliche Belastungen. Besonders die sogenannte Medical Care Ratio (MCR) – das Verhältnis von medizinischen Kosten zu den Prämieneinnahmen – kletterte im Gesamtjahr 2025 auf hohe 89,1 Prozent.

Das Management führt dies auf eine anhaltend hohe Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zurück. Anders als in früheren Quartalen gelang es dem Konzern nicht, diese Kostenexplosion durch Effizienzsteigerungen aufzufangen. Die Kosten für Behandlungen wachsen derzeit schneller als die Einnahmen durch Prämien, was die Margen empfindlich unter Druck setzt.

Politischer Gegenwind und Strategiewechsel

Verschärft wird die Lage durch regulatorische Vorgaben aus Washington. Die Centers for Medicare & Medicaid Services kündigten für 2027 eine vorläufige Ratenerhöhung von lediglich 0,09 Prozent für Medicare-Advantage-Pläne an. Dieser Wert liegt deutlich unter den Hoffnungen der Branche und kommt real einer Stagnation gleich.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Unitedhealth?

Als Reaktion auf diesen doppelten Druck aus Kosten und Regulierung hat UnitedHealth seine Prognose für 2026 drastisch angepasst:
* Umsatzrückgang: Der Konzern erwartet einen Umsatz von 439 bis 440 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von rund 2 Prozent gegenüber 2025 entspricht.
* Mitgliederschwund: UnitedHealth plant, das Geschäft mit Medicare-Advantage-Plänen um 1,3 bis 1,4 Millionen Mitglieder zu reduzieren.

Die neue Strategie lautet eindeutig "Marge vor Volumen". Das Unternehmen zieht sich aus unrentablen Bereichen zurück, um den Gewinn je Aktie bei mindestens 17,75 US-Dollar zu stabilisieren.

Das sagen die Analysten

Trotz der negativen Nachrichten und des Kursrutsches der letzten Monate halten große Finanzinstitute an ihrer langfristig positiven Einschätzung fest, reagieren jedoch mit gesenkten Kurszielen. Truist Securities reduzierte das Ziel von 410 auf 370 US-Dollar, JPMorgan korrigierte von 425 auf 389 US-Dollar. Beide Häuser bestätigen jedoch ihre Kaufempfehlungen ("Buy" bzw. "Overweight"). Die Experten signalisieren damit, dass der Abverkauf der Aktie, die aktuell bei rund 285 US-Dollar notiert, im Verhältnis zur fundamentalen Ertragskraft überzogen sein könnte.

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den April, wenn die endgültigen Medicare-Raten aus Washington festgelegt werden. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob der Konzern die geplante Restrukturierung schnell genug umsetzen kann, um die versprochene Margenerholung in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu liefern.

Unitedhealth-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Unitedhealth-Analyse vom 03. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Unitedhealth-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Unitedhealth-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Unitedhealth: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...