Der US-Gesundheitsriese UnitedHealth sieht sich mit massivem regulatorischem Gegenwind konfrontiert. Ein neuer Vorschlag der US-Behörden zur Vergütung von Medicare-Advantage-Plänen hat Investoren kalt erwischt und liegt drastisch unter den Markterwartungen. Während die Analysten nun reihenweise ihre Kursziele kappen, wächst an der Wall Street die Sorge um die künftigen Gewinnmargen des Marktführers.

Behörden-Vorschlag schockt die Branche

Verantwortlich für die trübe Stimmung ist die vorläufige Ankündigung der Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) für das Jahr 2027. Die Behörde schlug eine effektive Wachstumsrate der Zahlungen von lediglich 0,09 Prozent vor. Dieser Wert steht in einem krassen Missverhältnis zu den Hoffnungen der Branche, die fest mit einer Anhebung zwischen 3 und 6 Prozent gerechnet hatte.

Für UnitedHealth, den größten Anbieter von Medicare-Advantage-Plänen in den USA, ist diese Diskrepanz problematisch. Das Unternehmen steht vor der Herausforderung, dass die staatlichen Vergütungen kaum steigen, während die medizinischen Kosten und die Inanspruchnahme von Leistungen durch Patienten weiter zunehmen. Marktbeobachter fürchten, dass diese Schere die Profitabilität des Sektors signifikant beschneiden könnte.

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Analysten streichen Kursziele zusammen

Die Reaktion der Finanzwelt ließ nicht lange auf sich warten. Nach Bekanntgabe der Pläne und unter Berücksichtigung der jüngsten Finanzdaten haben führende Analystenhäuser ihre Erwartungen nach unten korrigiert:

  • JPMorgan Chase & Co. senkte das Kursziel von 425 auf 389 US-Dollar, behielt aber die Einstufung „Overweight“ bei.
  • Truist Financial reduzierte das Ziel von 410 auf 370 US-Dollar („Buy“).
  • Wells Fargo kürzte ebenfalls auf 370 US-Dollar und verwies auf die enttäuschenden Raten sowie mangelnde Sichtbarkeit bei der Tochter Optum Health.

Bemerkenswert ist jedoch, dass trotz der Zielsenkungen die generelle Kaufempfehlung („Moderate Buy“) bei den meisten Experten bestehen bleibt. Dies deutet darauf hin, dass viele Analysten den aktuellen Kursrückgang im Verhältnis zur langfristigen Ertragskraft des Konzerns als überzogen bewerten.

Blick auf die Zahlen

Die Aktie handelte zum Schlusskurs am Montag bei 285,59 US-Dollar und damit weit entfernt von ihrem 52-Wochen-Hoch, das einst jenseits der 600-Dollar-Marke lag. Zwar konnte UnitedHealth im vierten Quartal den Umsatz um gut 12 Prozent auf 113,22 Milliarden US-Dollar steigern und gibt für das Geschäftsjahr 2026 eine Gewinnprognose von rund 17,75 US-Dollar je Aktie aus. Doch der Fokus der Anleger hat sich von den aktuellen Gewinnen auf die strukturellen Risiken im Medicare-Geschäft ab 2027 verschoben.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird die „Medical Care Ratio“ (MCR) sein. Sollte die hohe Inanspruchnahme medizinischer Leistungen bei Senioren anhalten, ohne durch entsprechende staatliche Vergütungen kompensiert zu werden, bleibt der Druck auf die Margen bestehen. Investoren werden genau beobachten, ob das Management Strategien entwickeln kann, um diese Lücke in der Profitabilität zu schließen.

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