Unitedhealth Aktie: Benötigt Behutsamkeit
Bei UnitedHealth knirscht es an gleich zwei Fronten: Das Management stellt für 2026 erstmals seit Jahrzehnten sinkende Erlöse in Aussicht – und gleichzeitig droht Gegenwind aus Washington bei den Medicare-Advantage-Sätzen. Nach den jüngsten Aussagen geht es für den Konzern weniger um Wachstum um jeden Preis, sondern um Marge und Disziplin. Was steckt hinter dem Strategiewechsel?
Historischer Knick beim Umsatz
2025 wuchs UnitedHealth beim Umsatz zwar noch kräftig auf 447,6 Mrd. US-Dollar (+12% zum Vorjahr). Der Bruch kam mit dem Ausblick: Für 2026 erwartet das Unternehmen Erlöse von mehr als 439 Mrd. US-Dollar – grob gerechnet rund 2% weniger. Laut Reuters wäre es der erste jährliche Umsatzrückgang seit 1989.
Für Anleger ist das ein Signal, dass sich das Umfeld spürbar verschlechtert. Interessant dabei: Beim Gewinn will UnitedHealth trotzdem weiter zulegen. Für 2026 stellt der Konzern ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von über 17,75 US-Dollar in Aussicht, nach 16,35 US-Dollar im Jahr 2025.
Im Schlussquartal 2025 lagen die bereinigten Zahlen knapp über den Erwartungen, belastet wurde das Quartal aber zusätzlich durch eine nach Steuern 1,6 Mrd. US-Dollar schwere Sonderbelastung – unter anderem im Zusammenhang mit dem Cyberangriff auf Change Healthcare sowie Restrukturierungen und Desinvestitionen.
Medicare Advantage wird zum Bremsklotz
Der nächste Dämpfer kam über die Politik: Die US-Behörde CMS schlug für 2027 nur eine durchschnittliche Netto-Erhöhung der Zahlungen für Medicare-Advantage-Pläne von 0,09% vor. CNBC zufolge hatten Analysten an der Wall Street eher mit 4% bis 6% gerechnet. Kein Wunder also, dass der Sektor nervös reagierte.
UnitedHealth führte den Abverkauf nach der Veröffentlichung am 27. Januar an: Die Aktie verlor an dem Tag rund 19%. Der Kurs steht auch über den letzten 30 Tagen deutlich unter Druck (–16,5%).
UnitedHealthcare-Chef Tim Noel nannte den Vorschlag in der Telefonkonferenz „enttäuschend“ und kündigte an, mit der Regierung an einer „angemessenen“ finalen Wachstumsraten-Berechnung zu arbeiten. Entscheidend wird, ob CMS die Sätze Anfang April in dieser Form bestätigt.
Kosten steigen, Kurs wird straffer
Parallel kämpfen die Versicherer mit höheren Behandlungskosten. Bei UnitedHealth stieg die bereinigte Medical Care Ratio (der Anteil der Prämieneinnahmen, der in Leistungen fließt) 2025 auf 88,9%, nach 85,5% im Jahr 2024. Für 2026 peilt das Unternehmen rund 88,8% an – das deutet auf nur wenig Entspannung hin.
Managementseitig läuft daher ein „Right-Sizing“: Für 2026 rechnet UnitedHealth mit einem Rückgang der Medicare-Advantage-Mitgliedschaften um 1,3 bis 1,4 Millionen. CEO Stephen Hemsley, der nach dem Abgang von Andrew Witty 2025 zurückgekehrt ist, betont operative Disziplin sowie Maßnahmen wie Produkt-Neupositionierung und Preisanpassungen zur Margenerholung.
Wichtige Kennzahlen aus dem Ausblick (Unternehmensangaben):
- Umsatz 2025: 447,6 Mrd. US-Dollar | Ausblick 2026: >439 Mrd. US-Dollar
- Bereinigtes EPS 2025: 16,35 US-Dollar | Ausblick 2026: >17,75 US-Dollar
- Medical Care Ratio 2025 (adj.): 88,9% | Ziel 2026: ~88,8%
- Operativer Cashflow 2025: 19,7 Mrd. US-Dollar | Ausblick 2026: >18 Mrd. US-Dollar
Anfang April kommt der nächste konkrete Prüfstein: Dann finalisiert CMS typischerweise die Medicare-Advantage-Sätze. Sollten die niedrigen Vorschläge weitgehend durchgehen, könnte das den Druck auf Leistungen und Prämien im Markt erhöhen – und UnitedHealths Fokus auf Preisanpassungen und Margenstabilisierung weiter verstärken.
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