UBS Aktie: US-Lizenz rückt näher
UBS hat bei ihrem Ausbaugeschäft in den USA einen klaren Schritt nach vorn gemacht. Die Großbank erhielt vom amerikanischen Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eine erste, bedingte Genehmigung für eine sogenannte National Bank Charter. Damit konkretisiert sich die Perspektive auf eine Vollbanklizenz in den Vereinigten Staaten – einem der wichtigsten Märkte für das Institut.
Kursseitig bleibt das Bild dagegen gemischt: Während die Aktie auf kurze Sicht leicht schwankt, hat sie auf Sicht von zwölf Monaten deutlich zugelegt, gestützt durch Hoffnungen auf mildere Schweizer Kapitalregeln und Fortschritte beim US-Lizenzverfahren.
Wesentliche Punkte im Überblick:
- OCC erteilt bedingte Genehmigung für eine US-National-Banklizenz
- Finale Entscheidung könnte noch 2026 fallen
- UBS wäre erste Schweizer Bank mit National Bank Charter in den USA
- Geplante Ausweitung auf umfassendes Retail-Banking in den USA
- Aktie auf 12-Monats-Sicht rund 33 % im Plus, im laufenden Jahr leicht negativ
Erster Meilenstein im US-Lizenzprozess
Am 15. Januar 2026 hat UBS vom OCC eine bedingte Genehmigung für eine National Bank Charter erhalten. Diese Entscheidung markiert den ersten formalen Schritt in einem mehrstufigen Lizenzierungsprozess.
Ein Sprecher des Instituts bezeichnete den Schritt als „bedeutenden Meilenstein“ auf dem Weg zur endgültigen Genehmigung und verwies auf das Ziel, die Position als globaler Vermögensverwalter in den USA weiter zu stärken. Die finale Freigabe der Vollbanklizenz hängt von der Erfüllung verschiedener Auflagen der US-Behörden ab und könnte nach aktueller Planung noch im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.
Gelingt dies, wäre UBS die erste Schweizer Bank mit einer National Bank Charter in den Vereinigten Staaten. Das würde den regulatorischen Status der Bank in ihrem wichtigsten Wachstumsmarkt deutlich aufwerten.
Geplante Ausweitung des US-Geschäfts
Mit einer vollwertigen US-Banklizenz könnte UBS ihr Produktangebot deutlich erweitern. Konkret plant die Bank unter anderem:
- Girokonten für Privatkunden
- Sparkonten
- Hypothekenfinanzierungen
- Ein vollständiges Retail-Banking-Angebot
Damit erhielte UBS die Möglichkeit, in den USA ein Leistungsspektrum anzubieten, das dem inländischer Institute entspricht. Aus Sicht des Managements ist dies ein zentraler Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit in den USA auszubauen und zusätzliche Einnahmequellen im Privatkundengeschäft zu erschließen.
Schweizer Regulierungsdebatte als wichtiger Treiber
Der Antrag auf eine vollständige US-Banklizenz wurde im Oktober 2025 gestellt – vor dem Hintergrund verschärfter Regulierungspläne im Heimatmarkt. Nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse und deren Notübernahme 2023 hat die Schweizer Regierung strengere Kapitalanforderungen für ausländische Tochtergesellschaften großer Banken vorgeschlagen.
Finanzministerin Karin Keller-Sutter machte öffentlich deutlich, dass diese Maßnahmen internationale Expansion verteuern dürften. UBS bezifferte den potenziellen zusätzlichen Kapitalbedarf durch das geplante Regulierungspaket auf bis zu 24 Milliarden US-Dollar.
Am 12. Januar 2026 legte die Bank ihre offizielle Stellungnahme zur laufenden Konsultation zur Änderung des Bankengesetzes vor. Darin kritisierte sie die Pläne als unverhältnismäßig und nicht im Einklang mit den Anforderungen internationaler Wettbewerber. Medienberichte zufolge arbeitet die Schweizer Regierung inzwischen an einer Abschwächung einzelner Regelungen. Diese Aussicht hat den Kurs seit Anfang Dezember um mehr als 20 % nach oben gezogen.
Kursentwicklung: Rücksetzer nach Rally
Trotz der positiven Impulse aus der Regulierungsdebatte und dem US-Lizenzfortschritt gab es zuletzt leichte Gewinnmitnahmen. Am Schweizer Heimatmarkt schloss die Aktie am 19. Januar bei 37,35 CHF, ein Minus von etwa 1,8 % gegenüber dem Vortag. Die an der NYSE gehandelten ADRs beendeten den Handel am 16. Januar bei 47,38 US-Dollar.
Übergeordnet zeigt sich jedoch ein robuster Aufwärtstrend:
- 7 Tage: +1,0 %
- 30 Tage: +10,5 %
- Jahr 2026 (YTD): -0,6 %
- 12 Monate: +33,4 %
Im bisherigen Jahresverlauf liegt das Papier leicht im Minus, im Monats- und Jahresvergleich aber deutlich im Plus. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem von der Erwartung milderer Schweizer Kapitalregeln und dem sichtbaren Fortschritt im US-Lizenzverfahren.
Analysteneinschätzungen und Ausblick
Der Analystenkonsens fällt weiterhin positiv aus. Jefferies hatte die Aktie im Juni 2025 auf „Buy“ hochgestuft, Morgan Stanley führt ein „Overweight“-Rating. Bank of America Securities bleibt mit einer Herabstufung auf „Underperform“ im März 2025 dagegen zurückhaltender. Die Einschätzungen spiegeln damit unterschiedliche Bewertungen der Chancen und Risiken von Regulierungsumfeld und Expansionsstrategie wider.
Im weiteren Jahresverlauf dürfte vor allem der Zeitplan der US-Behörden entscheidend sein. Die finale Genehmigung der National Bank Charter wird im Laufe von 2026 erwartet, vorausgesetzt alle Auflagen werden erfüllt. Ein weiterer wichtiger Termin steht bereits kurzfristig an: Die nächsten Quartalszahlen werden voraussichtlich Ende Januar veröffentlicht und könnten zusätzliche Hinweise auf Ertragskraft, Kapitalausstattung und die finanzielle Spielräume für die US-Expansion liefern.
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