UBS Aktie: Kapitalstreit belastet
UBS liefert Rekordergebnisse: 7,8 Milliarden Dollar Gewinn, über 7 Billionen Dollar verwaltete Vermögen. Doch die Aktie kommt nicht vom Fleck. Der Grund liegt in Bern, wo die Schweizer Regierung drastische Kapitalanforderungen durchsetzen will – bis zu 26 Milliarden Dollar zusätzliches Eigenkapital könnten fällig werden. Ein Konflikt, der die strategische Zukunft der Bank bestimmen wird.
Finanzministerin fordert harte Regeln
Finanzministerin Karin Keller-Sutter zieht Konsequenzen aus dem Credit-Suisse-Debakel. Künftig sollen ausländische Tochtergesellschaften zu 100 Prozent mit hartem Eigenkapital unterlegt werden. Zudem dürften Software und latente Steueransprüche nicht mehr auf das Kernkapital angerechnet werden.
Die Bank wehrt sich vehement gegen die Pläne. CEO Sergio Ermotti argumentiert, die Verschärfung würde den Finanzplatz Schweiz international benachteiligen. Doch sein öffentlicher Widerstand stößt auf Kritik: Parlamentarier fordern mittlerweile, dass Ermotti sein Profil in der Debatte zurücknimmt – die aggressive Lobbying-Kampagne arbeite gegen die eigenen Interessen der Bank.
Ein parteiübergreifender Kompromissvorschlag vom Dezember gilt als möglicher Ausweg. Die Gesetzesvorlage wird im ersten Halbjahr 2026 erarbeitet, das Parlament debattiert in der zweiten Jahreshälfte. Bis das neue Regime voraussichtlich 2029 in Kraft tritt, bleibt die regulatorische Unsicherheit bestimmender Kurstreiber.
Ermotti-Verlängerung noch offen
Der Verwaltungsrat unter Chairman Colm Kelleher strebt eine Verlängerung von Ermottis Amtszeit über Mitte 2027 hinaus an. Die Begründung: Die Bank brauche Kontinuität in der heiklen Verhandlungsphase mit Bern.
Ermotti selbst hat noch keine finale Entscheidung getroffen. Ein UBS-Sprecher erklärte gegenüber Reuters, es sei „verfrüht, über den Zeitpunkt von Sergios Abgang zu spekulieren". Die Ungewissheit über das künftige Kapitalregime erschwert die Nachfolgeplanung erheblich.
Parallel dazu verlassen drei Verwaltungsratsmitglieder das Gremium: William C. Dudley und Jeanette Wong treten nach sieben Jahren ab, Vizepräsident Lukas Gähwiler zur Hauptversammlung am 15. April 2026.
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Regulierungs-Experten ins Board
Als Nachfolger nominiert der Verwaltungsrat zwei prominente Kandidaten: Agustín Carstens, bis Juni 2025 Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und ehemaliger Gouverneur der mexikanischen Zentralbank, sowie Luca Maestri, Finanzchef von Apple über ein Jahrzehnt und aktuell Vice President of Corporate Services des iPhone-Konzerns.
Die Nominierung von Carstens sendet ein klares Signal: UBS rüstet sich mit regulatorischer Expertise, um die politische Auseinandersetzung aktiv mitzugestalten.
Operative Stärke zeigt sich in Zahlen
Der Nettogewinn 2025 stieg um 53 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar. Die verwalteten Vermögen kletterten um 15 Prozent auf über 7 Billionen Dollar. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 1,10 Dollar je Aktie vor – ein Plus von 22 Prozent. Zudem schloss die Bank ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar ab.
Bei der Credit-Suisse-Integration wurden rund 85 Prozent der Schweizer Konten migriert. Die kumulierten Bruttokosteneinsparungen erreichten 10,7 Milliarden Dollar, die Synergien stiegen auf 13,5 Milliarden Dollar. Bis Ende März soll die finale Kundenmigration abgeschlossen sein, die Legacy-Systeme werden bis Ende 2026 abgeschaltet.
Für 2026 peilt UBS eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent an. Bis 2028 sollen es 18 Prozent werden bei einer Cost-Income-Ratio von etwa 67 Prozent.
Die nächsten Quartalszahlen folgen am 29. April 2026 – zwei Wochen nach der Hauptversammlung, bei der die Aktionäre über die neue Board-Besetzung abstimmen. Bis dahin bleibt der regulatorische Ausgang die entscheidende Variable für den weiteren Kursverlauf.
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