UBS Aktie: Strategiewende
UBS setzt gleich zwei klare Signale: Während der Schweizer Bankgigant seinen Verwaltungsrat mit Topkräften aus Zentralbank und Tech-Sektor verstärkt, dreht Chefstratege Andrew Garthwaite am Aktienmarkt den Spieß um. Nach Jahren der US-Dominanz stuft die Bank amerikanische Titel herab – und benennt konkrete Risiken.
Zentralbanker und Apple-CFO verstärken Führung
Am 27. Februar nominierte UBS zwei Schwergewichte für den Verwaltungsrat: Agustín Carstens, bis 2025 Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und ehemaliger Gouverneur der mexikanischen Zentralbank, bringt jahrzehntelange Regulierungserfahrung mit. An seiner Seite: Luca Maestri, über zehn Jahre lang Finanzchef bei Apple und zuvor in ähnlichen Funktionen bei Xerox und Nokia Siemens Networks tätig.
Die Botschaft ist klar. Mit Carstens holt sich UBS einen Experten ins Haus, der die Komplexität globaler Bankenregulierung kennt wie kaum ein Zweiter. Maestri wiederum verfügt über die Finanzkompetenz eines der wertvollsten Konzerne der Welt. Die Generalversammlung am 15. April 2026 soll beide ins Gremium wählen.
Gleichzeitig verabschieden sich William C. Dudley, Jeanette Wong und Vizepräsident Lukas Gähwiler nach jahrzehntelangem Engagement aus dem Rat. Die Neubesetzung ist damit keine Erweiterung, sondern ein gezielter Kompetenzwechsel.
US-Aktien verlieren Sonderstatus
Parallel zur Governance-Meldung zog UBS eine bemerkenswerte Konsequenz aus den veränderten Marktbedingungen: Die Bank stufte US-Aktien auf „Benchmark" herab. Die Faktoren, die jahrelang für Outperformance sorgten, verlieren an Kraft, argumentiert Aktienstratege Garthwaite.
Die Bewertungen sprechen eine deutliche Sprache. Das sektorbereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis für US-Titel liegt laut UBS-Berechnungen 35 Prozent über internationalen Vergleichswerten – historisch betrug das Premium nur etwa 4 Prozent. In rund 60 Prozent der Sektoren handeln amerikanische Aktien nicht nur teurer als ihre globalen Pendants, sondern auch über ihren eigenen historischen Aufschlägen.
Der Dollar bereitet zusätzlich Sorgen. UBS sieht „asymmetrische strukturelle Abwärtsrisiken" für den Greenback. Auch Aktienrückkäufe, lange Zeit ein Stützpfeiler der US-Märkte, verlieren an Dynamik. Die Zahlen geben UBS recht: Während der MSCI World ex-US-Index 2026 bereits um 8 Prozent zulegte, dümpelt der S&P 500 nahezu unverändert. Japans Nikkei 225 schoss um 17 Prozent nach oben, Europas Stoxx 600 gewann 7 Prozent.
Politische Volatilität als Belastung
Die Unberechenbarkeit der Trump-Administration kommt erschwerend hinzu. Wechselnde Zollpolitik, Vorschläge zur Deckelung von Kreditkartenzinsen, mögliche Beschränkungen für Private-Equity im Wohnungsbau und erneute Debatten über Arzneimittelpreise schaffen ein schwieriges Umfeld. Anleger schätzen Verlässlichkeit – genau die fehlt derzeit.
Solide Basis trotz strategischer Umorientierung
Die Neuausrichtung erfolgt aus einer Position der Stärke. UBS steigerte den Nettogewinn 2025 um 53 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, die Eigenkapitalrendite erreichte 10,8 Prozent. Im vierten Quartal übertraf der Gewinn mit 1,2 Milliarden Dollar die Analystenerwartungen deutlich. Die verwalteten Vermögen überschritten erstmals die Schwelle von 7 Billionen Dollar.
Die Dividende steigt von 0,90 auf 1,10 Dollar je Aktie, zusätzlich plant die Bank Aktienrückkäufe von mindestens 3 Milliarden Dollar für 2026. Die Integration der Credit Suisse schreitet voran: 85 Prozent der Schweizer Konten sind migriert, die kumulierten Kosteneinsparungen wurden auf 10,7 Milliarden Dollar erhöht.
Für 2026 peilt UBS eine Eigenkapitalrendite von rund 13 Prozent und eine Kosten-Ertrags-Quote von etwa 73 Prozent an. Bis 2028 sollen es 18 Prozent Rendite bei 67 Prozent Kostenquote sein. Die personelle Verstärkung im Verwaltungsrat mit Regulierungs- und Finanzexpertise passt zur nächsten Phase: Nach der größten Bankenintegration der jüngeren Geschichte gilt es nun, das Erreichte zu konsolidieren und sich im veränderten globalen Umfeld neu zu positionieren.
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