Die Schweizer Großbank UBS bewegt sich derzeit auf zwei parallelen Gleisen – und beide könnten kaum gegensätzlicher sein. Während ein teures Schiedsgerichtsurteil die juristischen Altlasten der Credit-Suisse-Übernahme ins Bewusstsein ruft, zeichnen die eigenen Strategen ein bullisches Bild für chinesische Aktien. Zwischen Schadenersatz und Marktoptimismus offenbart sich die Komplexität der aktuellen Lage.

Millionenurteil belastet Credit-Suisse-Erbe

Ein Schiedsspruch der FINRA dürfte UBS schmerzen – nicht nur finanziell. Paul Reid Galietto, ehemaliger Mitarbeiter der Credit Suisse, erhält knapp 8,7 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Das Besondere: Die Schiedsrichter stellten fest, dass die Credit Suisse "in bösem Glauben" handelte, als sie sich auf einen internen Untersuchungsbericht stützte, um Vergütungsansprüche zu streichen.

Galietto gehörte zu mindestens neun leitenden Angestellten, die nach dem Archegos-Debakel entlassen wurden. Der Zusammenbruch des Investmentfonds von Bill Hwang kostete die Credit Suisse 5,5 Milliarden US-Dollar. Die juristische Aufarbeitung läuft weiter – erst Anfang Februar erschienen UBS-Führungskräfte vor einem US-Senatsausschuss wegen unzureichender Kooperation bei Untersuchungen zu NS-Geschäftsbeziehungen der Credit Suisse.

UBS lehnte eine Stellungnahme ab. Der Fall zeigt: Die Risiken aus der Übernahme begleiten die Bank noch Jahre nach dem Zusammenschluss.

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China-Optimismus mit 20-Prozent-Prognose

Ganz anders tönt es aus der Research-Abteilung. UBS Securities Asia sieht für chinesische Aktien ein Aufwärtspotenzial von 20 Prozent. Der Treiber: steigende Inflationserwartungen, die sich in besseren Unternehmensgewinnen niederschlagen könnten. Ein inflationäres Umfeld würde Bewertungsmultiples und Gewinnwachstum je Aktie antreiben.

Die Strategen rechnen mit 16 Prozent durch Neubewertung und weiteren drei bis vier Prozent durch stärkeres Gewinnwachstum. Als Vorbild dient der japanische Aktienmarkt 2022, wo während einer Reflationsphase Materialien, Finanzwerte und Immobilien profitierten. Für China könnten frühe Gewinner in bestimmten Konsumgütersektoren zu finden sein – deren Erwartungen und Positionierungen sind niedrig.

Das Risiko liegt auf der anderen Seite: Scheitern Preiserhöhungen, könnte das EBIT des MSCI China Index um rund sieben Prozent sinken. UBS setzt zusätzlich auf Innovationskraft, KI-Adoption in traditionellen Industrien sowie Zuflüsse aus inländischen Ersparnissen und von globalen Investoren.

Spannungsfeld mit Marktkapitalisierung von 131 Milliarden Dollar

Mit einer Marktkapitalisierung von 131,43 Milliarden US-Dollar zählt UBS zu den größten Bankinstituten weltweit. Die aktuelle Nachrichtenlage spiegelt die Dualität der Situation wider: Juristische Belastungen aus dem Credit-Suisse-Erbe treffen auf strategischen Marktoptimismus. Am 9. März folgt der Geschäftsbericht 2025, am 29. April die Quartalszahlen für Q1 2026 – beide Termine dürften zeigen, wie stark das CS-Erbe die operative Entwicklung noch beeinflusst.

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