UBS Aktie: Ministerin blockt ab
Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat am Freitag einen von Parlamentariern vorgeschlagenen Kompromiss bei den neuen Kapitalanforderungen für UBS kategorisch abgelehnt. Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktie verlor in Zürich zeitweise bis zu 2,9 Prozent und schloss bei 37,16 CHF.
AT1-Anleihen: Keine Lösung für das Kapitalproblem
Im Kern geht es um die Frage, ob UBS zur Kapitalunterlegung ihrer ausländischen Tochtergesellschaften teilweise AT1-Anleihen anstelle von hartem Kernkapital (CET1) verwenden darf. Parlamentarier hatten diesen Weg als Kompromiss vorgeschlagen, um die Bank nicht übermäßig zu belasten.
Keller-Sutter erteilte dem Vorschlag in einem Interview mit der Finanz und Wirtschaft eine klare Absage. Ihre Begründung: Nur hartes Kernkapital sei in der Frühphase einer Krise wirklich belastbar. AT1-Instrumente bezeichnet sie als "unsicheres Instrument", das letztlich genauso viel koste wie stabiles Eigenkapital – Investoren würden höhere Zinsen fordern, sobald die Konditionen angepasst würden.
Die Position der Finanzministerin im Überblick:
- AT1-Anleihen bieten keinen echten Kostenvorteil gegenüber klassischem Eigenkapital
- Die Vollkapitalisierung ausländischer Töchter korrigiert einen bestehenden Regulierungsfehler
- Die Schweiz finanziert derzeit indirekt das US-Geschäft von UBS
- Der behauptete internationale Wettbewerbsnachteil entspreche nicht der Realität
23 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital
Die vom Finanzministerium vorangetriebene Reform würde UBS verpflichten, ihre ausländischen Tochtergesellschaften vollständig auf Ebene der Schweizer Muttergesellschaft zu kapitalisieren. Das bedeutet nach Schätzungen rund 23 Milliarden Dollar zusätzliche Kapitalanforderungen.
UBS hatte Mitte Januar ihre offizielle Stellungnahme zur Konsultation veröffentlicht und die Vorschläge als wettbewerbsschädigend und unverhältnismäßig zurückgewiesen. Der von einigen Parlamentariern favorisierte AT1-Kompromiss hätte nach JPMorgan-Berechnungen lediglich 400 Millionen Dollar zusätzliches Eigenkapital erfordert – allerdings verbunden mit der Emission von fast 16 Milliarden Dollar neuer AT1-Anleihen.
Politisches Tauziehen geht weiter
Die politischen Fronten bleiben verhärtet. Während die SVP den AT1-Kompromiss unterstützt, stehen SP und Grüne hinter den strengeren Vorschlägen des Finanzministeriums. Keller-Sutter wies den Eindruck einer geschlossenen Opposition gegen ihr Reformpaket zurück – mehrere Parteien unterstützten die grundsätzliche Stoßrichtung, einige Parlamentarier forderten sogar noch schärfere Regeln.
Auslöser der Debatte war der Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023. Die Regierung hatte daraufhin versprochen, neue Regeln zu entwickeln, um Steuerzahler vor künftigen Rettungsaktionen zu schützen.
Die nächsten Wochen werden zeigen, welchen Kurs das Parlament einschlägt. Die UBS-Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025 stehen als nächster wichtiger Termin an – die Integration der Credit Suisse soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
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