"Dampfmaschine des Geistes" – mit diesem gewaltigen Vergleich sorgt die UBS aktuell für Aufsehen an den Märkten und prognostiziert eine Ära der Produktivität, die selbst den Tech-Boom der späten 1990er Jahre in den Schatten stellen könnte. Während Analysten und Anleger noch darüber streiten, ob wir auf eine Blase zusteuern, legt die Großbank eine aggressive Prognose für 2026 vor. Ist dies der Startschuss für eine historische Rally oder purer Optimismus in einem überhitzten Umfeld?

Eine Prognose, die es in sich hat

Andrew Garthwaite, Chefstratege der UBS Investmentbank, wählt keine leisen Töne. In seinem vielbeachteten "Equity Outlook" vergleicht er die generative Künstliche Intelligenz mit der Erfindung der Dampfmaschine – ein technologischer Sprung, der die Produktivität weltweit revolutionieren soll. Das Kursziel für den MSCI All Country World Index (ACWI) setzt er dementsprechend ambitioniert auf 1.090 Punkte bis Ende 2026.

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Doch die Strategen sind nicht blind für Risiken. Die Wahrscheinlichkeit einer Blasenbildung wird auf 35 Prozent beziffert – ein Risiko, das zwar existiert, aber laut Garthwaite noch nicht voll ausgeprägt ist.

Hier sind die zentralen Punkte der neuen UBS-Strategie:

  • Massives Potenzial: KI wird als primärer Treiber für Produktivitätssteigerungen gesehen, stärker als der TMT-Boom der 90er.
  • Differenzierte Sicht: Während die Investmentbank aggressiv nach vorne blickt, mahnt das Global Wealth Management (CIO) zur Balance.
  • Sektor-Rotation: Empfohlen wird eine Mischung aus KI-Investments und Absicherungen in den Bereichen "Power and Resources" (Energie) sowie Langlebigkeit (Longevity).
  • Volatilität: Kurzfristige Schwankungen im Handelsbuch, wie zuletzt bei WPP, bleiben Teil des Geschäftsmodells.

Balanceakt zwischen Euphorie und Vorsicht

Interessant ist die interne Aufteilung der Warnhinweise. Während die Investmentbank das Gaspedal durchdrückt, rät das "Year Ahead 2026"-Papier der Vermögensverwaltung zu einer etwas defensiveren Haltung. Die Botschaft ist klar: Auf den KI-Zug aufspringen, ja – aber mit Sicherheitsgurt. Investoren sollen Volatilitäten durch diversifizierte Portfolios abfedern, anstatt alles auf eine Karte zu setzen.

Diese strategische Neuausrichtung spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wider. Die Aktie zeigte sich zum Wochenausklang robust und ging mit einem Schlusskurs von 33,30 € ins Wochenende. Mit einem Plus von 1,00 % am Freitag honorieren Anleger die klaren Visionen, wenngleich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 36,00 € noch immer rund 7,50 % beträgt.

Rätselhafte Bewegungen und Aufräumarbeiten

Abseits der großen strategischen Linien sorgte ein kurzes Intermezzo an der Londoner Börse für Stirnrunzeln. Die UBS meldete kurzzeitig das Überschreiten der 5-Prozent-Schwelle bei der Werbeholding WPP, nur um die Position fast augenblicklich wieder auf effektiv Null abzubauen. Solche rapiden Manöver sind typisch für das Handelsbuch großer Investmentbanken, zeigen aber auch, wie nervös der Markt auf jede Bewegung der Schweizer Großbank reagiert.

Im Hintergrund laufen zudem weiterhin die Integrationsarbeiten nach der Credit-Suisse-Übernahme. Der geplante Verkauf der Hedgefonds-Einheit O'Connor an Cantor Fitzgerald gilt als nächster wichtiger Schritt, um Altlasten abzuwerfen, auch wenn hier zuletzt Berichte über Komplikationen die Runde machten.

Blick nach vorne: Folgt jetzt der Beweis?

Für Anleger wird die kommende Woche entscheidend. Am Dienstag richtet sich der Fokus auf die "Global Technology and AI Conference" in Scottsdale. Hier muss die UBS liefern und ihre These der "Dampfmaschine des Geistes" mit weiteren Fakten untermauern.

Die Frage, die im Raum steht: Kann die UBS ihre Vormachtstellung im Research nutzen, um von diesem prognostizierten Boom überproportional zu profitieren, oder wird die erwähnte 35-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Blase doch noch zum Spielverderber? Die Aktie hat mit einem Zuwachs von über 3 % in den letzten sieben Tagen bereits eine Richtung angedeutet, doch die Beweislast für die langfristige KI-Wette liegt nun beim Management.

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