UBS verbindet heute zwei zentrale Themen: Der langfristig angekündigte Abschied von CEO Sergio Ermotti bis 2027 und eine mögliche Verschärfung der Schweizer Kapitalregeln, die den Konzern laut eigener Rechnung um bis zu 23 Milliarden US-Dollar zusätzlich belasten könnte. Während die Führungsfrage planvoll organisiert wird, droht auf der regulatorischen Seite ein echter Kostentreiber. Die entscheidende Frage für den Markt lautet: Wie stark begrenzen höhere Kapitalanforderungen den künftigen Spielraum der Bank?

CEO-Rückzug mit langem Vorlauf

Sergio Ermotti hat seinen Rücktritt als CEO für April 2027 in Aussicht gestellt. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Er soll mit dem geplanten Abschluss der Integration der 2023 übernommenen Credit Suisse bis Ende 2026 zusammenfallen. Damit verknüpft die Bank das Ende eines der größten Umbauprojekte ihrer Geschichte mit einem geordneten Führungswechsel an der Spitze.

Die UBS-Aktie reagiert auf die Nachricht eher ruhig. Im US-Handel liegt der Kurs heute bei rund 47,51 US-Dollar und damit nur leicht unter dem gestrigen Schluss von 47,88 US-Dollar. Auf Sicht von 30 Tagen steht jedoch ein Plus von gut 30 Prozent, der Titel notiert nur rund ein Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 48,11 US-Dollar. Die Kursregion zeigt, dass der Markt die aktuelle Strategie bislang honoriert.

Im Hintergrund läuft bereits das Ringen um die Nachfolge:

  • Aleksandar Ivanovic (Leiter Asset Management) gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten
  • Iqbal Khan und Robert Karofsky (Co-Leiter Wealth Management) werden ebenfalls gehandelt
  • COO Bea Martin zählt zu den genannten Top-Anwärtern
  • Für Ermotti selbst wird ein möglicher Wechsel in das Amt des Verwaltungsratspräsidenten diskutiert

Mit der klaren Zeitachse schafft das Management früh Transparenz. Das verringert das Risiko eines abrupten Wechsels mitten in der Integrationsphase der Credit Suisse.

Die 23-Milliarden-Frage

Deutlich konfliktträchtiger als die Personalplanung ist der Streit um neue Kapitalregeln. Der Schweizer Bundesrat prüft, die Vorschriften für ausländische Tochtergesellschaften von Großbanken zu verschärfen. Konkret geht es um die Frage, in welchem Umfang diese Einheiten mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegt werden müssen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei UBS?

UBS hat die möglichen Folgen ungewöhnlich klar beziffert:
Müssten die Tochtergesellschaften vollständig mit CET1 kapitalisiert werden, würden die Kapitalanforderungen nach internen Berechnungen um rund 23 Milliarden US-Dollar steigen. In einer Stellungnahme warnt das Management, dies entspräche Kapitalniveaus, die um etwa 50 Prozent über denen vergleichbarer europäischer und US-amerikanischer Institute liegen würden.

Nach Darstellung der Bank hätte das mehrere Konsequenzen:

  • struktureller Wettbewerbsnachteil für den Finanzplatz Schweiz
  • geringerer Spielraum für organisches Wachstum und Akquisitionen
  • Einschränkung der strategischen Flexibilität, etwa bei der Kapitalallokation zwischen Geschäftsbereichen

Diese Debatte fällt in eine Phase, in der die UBS ihre Position nach der Notübernahme der Credit Suisse deutlich ausgebaut hat. Genau deshalb ist der politische Rahmen für Kapitalanforderungen nun so sensibel: Zusätzliche Puffer kosten Rendite und können Wachstumspläne ausbremsen.

Charttechnisch spiegelt sich die Diskussion bereits in einem anspruchsvollen Bewertungsniveau wider. Der Kurs liegt rund 24 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 38,22 US-Dollar, der 14‑Tage-RSI von 63,7 signalisiert ein fortgeschrittenes Momentum, aber noch keine klare Überhitzung. Kurzfristig könnten die offenen Regulierungsfragen weitere Kursanstiege begrenzen, bis mehr Klarheit besteht.

Bewertungen und Ausblick

Trotz der regulatorischen Unsicherheit bleibt der Analystenkonsens laut vorliegenden Daten konstruktiv. Die Einstufung liegt bei „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel der von TipRanks erfassten Experten beträgt 45,63 US-Dollar, mit einer Spanne von 37,50 bis 60,00 US-Dollar. In Schweizer Franken nennen andere Quellen ein mittleres Kursziel von 36,93 CHF. Die Breite dieser Spanne zeigt, wie unterschiedlich die möglichen Auswirkungen der Kapitaldebatte eingeschätzt werden.

Operativ profitiert UBS weiterhin von der starken Marktposition im Wealth Management und der Größe nach der Credit-Suisse-Integration. Gleichzeitig ist klar: Der politische Prozess in Bern wird zum zentralen Risikofaktor für die Kapitalrendite der kommenden Jahre.

Die nächsten Weichenstellungen sind zeitlich gut umrissen: Zunächst wertet die Regierung die eingegangenen Stellungnahmen zum Konsultationsverfahren aus und dürfte voraussichtlich bis Mitte des Jahres einen konkreten Gesetzesentwurf vorlegen. Langfristig prägt dann der geplante Führungswechsel im April 2027 die strategische Perspektive – je nachdem, welcher der internen Kandidaten den Kurs nach Abschluss der Credit-Suisse-Integration fortsetzt oder neu ausrichtet.

UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 13. Januar liefert die Antwort:

Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...