UBS frischt ihren Verwaltungsrat mit zwei prominenten Namen auf – und das aus gutem Grund. Während die Integration der Credit Suisse weiter Richtung Zielgerade läuft, will die Großbank ihre Governance sichtbar stärken. Doch eine Altlast aus der Archegos-Zeit zeigt: Ganz vorbei ist das Kapitel Credit Suisse noch nicht.

Zwei neue Kandidaten – drei Abgänge

Für die Generalversammlung am 15. April 2026 hat UBS Agustín Carstens und Luca Maestri für den Verwaltungsrat nominiert. Gleichzeitig kommt es zu einem spürbaren Umbruch: William C. Dudley und Jeanette Wong treten nicht mehr zur Wiederwahl an. Zudem scheidet Vizepräsident Lukas Gähwiler nach einer 45-jährigen Karriere im Bankwesen aus.

Carstens bringt vor allem regulatorisches Gewicht mit. Er war bis Juni 2025 Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und zuvor Gouverneur der mexikanischen Zentralbank. Maestri steht für CFO-Erfahrung auf höchstem Niveau: Bei Apple war er mehr als ein Jahrzehnt lang CFO und ist dort heute Vice President of Corporate Services.

Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher begründet die Nominierungen mit zusätzlicher Expertise in Regulierung und CFO-Kompetenz. Die Personalien folgen zudem auf die bereits angekündigte Nominierung von Markus Ronner als Vizepräsident.

FINRA-Schiedsurteil: Credit-Suisse-Erbe bleibt teuer

Parallel zum Governance-Umbau holt UBS ein Fall aus der Credit-Suisse-Vergangenheit ein. Ein FINRA-Schiedsgericht sprach einem ehemaligen Credit-Suisse-Broker eine Zahlung von knapp 9 Millionen US-Dollar zu. Konkret erhielt Paul Reid Galietto (bei Credit Suisse von 2017 bis 2021) gut 8,7 Millionen US-Dollar Schadensersatz.

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Hintergrund: Laut FINRA war die Streichung von Boni im Zuge des Archegos-Skandals 2021 unrechtmäßig. Der ehemalige Leiter des globalen Aktiengeschäfts bekommt damit eine Entschädigung für ausstehende Löhne und aufgeschobene Vergütungen. Die zentrale Sorge aus Anlegersicht: Könnte das Urteil weitere Forderungen nach sich ziehen? UBS selbst verweist im Kontext der Integration darauf, dass Altlasten der übernommenen Credit Suisse weiterhin Spuren hinterlassen.

Aktie unter Druck – trotz solidem Fundament

Operativ verweist UBS auf starke Zahlen für 2025: 7,8 Milliarden US-Dollar Jahresnettogewinn (+53% im Jahresvergleich) sowie 1,2 Milliarden US-Dollar Nettogewinn im vierten Quartal (+56%). Dazu kamen eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie (+22%) und ein abgeschlossenes Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden US-Dollar.

Am Markt spiegelt sich diese Stabilität zuletzt aber nur begrenzt wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 35,07 Euro und liegt damit in den letzten 30 Tagen 12,89% im Minus. Auffällig: Der Kurs notiert rund 9,29% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (38,66 Euro) – ein Zeichen dafür, dass der Titel kurzfristig weiter nach Halt sucht.

Zum Fahrplan für 2026 nennt UBS eine zugrunde liegende RoCET1-Exit-Rate von rund 15%. Bis Jahresende sollen die finalen Integrationsphasen abgeschlossen werden, inklusive der Umsetzung des verbleibenden Kostensenkungsprogramms und zusätzlich identifizierter Einsparungen von 0,5 Milliarden US-Dollar. Der Umbau im Verwaltungsrat passt damit zur Botschaft: Governance stärken, Integration finalisieren – und gleichzeitig die Credit-Suisse-Nachwirkungen kontrollierbar halten.

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