Taiwan Semiconductor (TSMC) erlebt zum Jahresauftakt einen starken Lauf. Rückenwind kommt von einer deutlichen Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs und einer weiter anziehenden Nachfrage nach Chips für KI-Rechenzentren. Im Mittelpunkt stehen hohe Investitionen, ausgebuchte High-End-Kapazitäten und neue Produktionsstandorte – die Erwartungshaltung für 2026 steigt spürbar.

Goldman-Sachs-Schub und Investitionsoffensive

Auslöser der jüngsten Kursdynamik ist ein bullishes Update von Goldman Sachs. Die Investmentbank hat ihr Kursziel für die in Taiwan gelistete Aktie um rund 35 % auf 2.330 NT$ angehoben. Begründung: die beschleunigte „AI-Story“, bessere Margen und eine massive Ausweitung der Produktionskapazitäten.

Kernstück dieser Story sind deutlich höhere Investitionen. Für 2026 wird ein Capex von rund 50 Milliarden US-Dollar erwartet, nach geschätzten 40–42 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Dieses Plus soll vor allem den Ausbau der modernsten Fertigungsknoten finanzieren. Besonders im Fokus steht die 2nm-Technologie, deren Kapazitäten für 2026 laut Berichten bereits weitgehend ausgebucht sind – ein klarer Hinweis auf die starke Nachfrage der größten Kunden.

Der Aufwärtstrend spiegelt sich auch im US-ADR wider: Das Papier schloss gestern bei 322,25 US-Dollar und liegt damit auf einem frischen 52‑Wochen-Hoch, rund 50 % über seinem 200‑Tage-Durchschnitt.

Strategische Fortschritte und rechtliche Baustellen

Operativ untermauert TSMC seine Schlüsselrolle in der KI-Wertschöpfungskette durch mehrere konkrete Schritte:

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  • US-Standort Arizona: Die neuen Fabs liefern inzwischen High-End-Chips an große Kunden. AMD validiert dort seine 5. Generation der EPYC-Serverprozessoren, Nvidia produziert Blackwell-Beschleuniger für Rechenzentren. Damit wird klar: TSMC verlagert einen Teil kritischer Fertigung näher an wichtige Endmärkte.
  • Starke Nachfrage aus China: Auf der CES 2026 sprach Nvidia-Chef Jensen Huang von „sehr hoher“ Nachfrage nach H200-KI-Chips in China. Für 2026 sollen chinesische Kunden über 2 Millionen Einheiten bestellt haben. Für TSMC bedeutet das zusätzlichen Druck, Kapazitäten im High-Performance-Segment weiter hochzufahren.
  • Regulatorische Entlastung: Anfang Januar erhielt TSMC eine einjährige US-Exportlizenz für das Werk in Nanjing. Damit kann die Produktion auf 16nm- und anderen reiferen Knoten in China vorerst ohne Unterbrechung weiterlaufen – ein wichtiger Faktor für Planungssicherheit im Kerngeschäft mit dortigen Kunden.

Neben diesen Fortschritten gibt es aber auch Risiken. Am 6. Januar leiteten taiwanische Staatsanwälte neue Verfahren gegen Tokyo Electron Taiwan und ehemalige TSMC-Beschäftigte ein. Es geht um mutmaßlichen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Der Fall unterstreicht, wie hart der Wettbewerb in der Halbleiterbranche geführt wird und wie zentral der Schutz von geistigem Eigentum für TSMC ist.

Sektor-Rückenwind und Bewertung

Die starke Entwicklung von TSMC steht im Kontext einer breiten Erholung im Halbleitersektor seit Jahresbeginn 2026. Die Aktie konnte den S&P 500 am 6. Januar klar hinter sich lassen.

Mehrere Titel aus der Lieferkette und Nachbarschaft stützen das Bild:

  • Micron Technology: Der Speicher-Spezialist sprang am 6. Januar um gut 10 %, nachdem bekannt wurde, dass die AI-Speicherchips für 2026 praktisch ausverkauft sind. Das unterstreicht, wie eng das Angebot entlang der gesamten KI-Infrastruktur ist.
  • ASML: Der Ausrüster erhielt ein auf 1.500 US-Dollar angehobenes Kursziel von Aletheia Capital – ausdrücklich mit Verweis auf TSMCs steigende Investitionsausgaben. Steigende Capex bei TSMC schlagen damit direkt auf die Maschinenlieferanten durch.
  • Bewertung: TSMC wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 33 gehandelt. Einige Analysten sehen das trotz der Rally als moderat im Vergleich zu Nvidia, vor allem wegen TSMCs dominierendem Marktanteil von etwa 70 % im Foundry-Geschäft.

Hinzu kommt: Der US-ADR notiert derzeit mit einem Aufschlag von rund 19 % gegenüber der Taiwan-Notierung. Das signalisiert eine besonders starke Nachfrage amerikanischer Investoren nach dem Papier.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Der nächste Prüfstein steht bereits fest: Am 14. und 15. Januar will TSMC seine Zahlen vorlegen. Der Konsens rechnet für das vierte Quartal mit einem Umsatz von 32,6 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,72 Dollar – jeweils gut 21 % über dem Vorjahreswert.

Spannend wird vor allem, ob das Management die aggressiven Investitionspläne für 2026 bestätigt und konkreter darlegt, welchen Umsatzbeitrag die 2nm-Fertigung leisten soll. Angesichts des aktuellen Kursniveaus nahe dem Jahreshoch dürften Anleger genau darauf achten, ob der Ausblick die hohen Erwartungen an weiteres KI-Wachstum und Kapazitätsausbau stützt oder zumindest einbremst.

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