Apple setzt bei Chips noch stärker auf TSMCs US-Produktion – und macht damit klar, wie wichtig die neue Fertigung in Arizona für die eigene Lieferkette wird. Für TSMC ist das mehr als ein PR-Signal: Es untermauert die Auslastung, während der Konzern gleichzeitig Milliarden in neue Kapazitäten für KI- und High-End-Chips steckt. Doch wie passt dieser US-Schub zur parallel laufenden Expansion in Taiwan und anderen Regionen?

Apple wird Ankerkunde in Arizona

Apple will 2026 deutlich mehr als 100 Millionen „advanced chips“ aus TSMCs Werk in Arizona abnehmen – spürbar mehr als 2025. Apples Einkaufschef David Tom brachte es gegenüber dem Wall Street Journal auf den Punkt: Man kaufe „so viel Output dieser Fab wie möglich“.

Das ist strategisch gleich doppelt relevant. Erstens wird Arizona damit schnell zu einer Anlage mit klarer Grundauslastung durch einen der größten TSMC-Kunden. Zweitens zeigt der Schritt, wie sehr Apple (und Zulieferer) Teile der US-Chip-Lieferkette wieder aufbauen wollen – von Vorprodukten bis zur Endmontage. Treiber sind die Erfahrungen aus Pandemie-Engpässen und die wachsenden geopolitischen Spannungen rund um Taiwan.

Milliarden-Ausbau – mit schnellerem Zeitplan

TSMC hat für den Standort Arizona (Fab-21-Campus) insgesamt 165 Milliarden US-Dollar zugesagt. Geplant sind dort sechs Fab-Module, zwei Anlagen für Advanced Packaging sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Auffällig: TSMC zieht die zweite Fab in Arizona vor. Die Produktion im 3‑Nanometer-Verfahren soll nun 2027 starten – statt 2028. Damit rücken Umsätze mit besonders fortschrittlichen Fertigungsstufen in den USA zeitlich nach vorn.

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Auch an der Börse kam die Apple-Nachricht an: Am Freitag schloss die Aktie bei 317,00 Euro und liegt damit nur rund 3,5% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.

Rekordmargen finanzieren den KI-Zyklus

Dass TSMC so aggressiv investiert, hat einen handfesten Grund: Das Kerngeschäft wirft aktuell außergewöhnlich viel ab. Für das vierte Quartal meldete TSMC einen Rekordumsatz von 33,73 Mrd. US‑Dollar (+25,5% zum Vorjahr). Gleichzeitig kletterten die Margen auf Bestwerte: Bruttomarge 62,3%, Nettomarge 48,3%.

Der Wachstumsmotor sitzt dabei klar im Rechenzentrumsbereich. Chips für High-Performance Computing (HPC) waren laut Management zuletzt der wichtigste Umsatzbringer und machten 58% der Erlöse aus. Um die Nachfrage – insbesondere rund um KI-Beschleuniger – bedienen zu können, plant TSMC für 2026 Investitionen (Capex) von 52 bis 56 Mrd. US‑Dollar, was am Mittelwert einem Plus von rund 32% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das erste Quartal 2026 stellte das Unternehmen zudem 34,6 bis 35,8 Mrd. US‑Dollar Umsatz in Aussicht, bei einer Bruttomarge von 63% bis 65%.

Beim Blick nach vorn wurde TSMC ebenfalls konkreter: Die Prognose für das Wachstum der Umsätze mit KI-Accelerators hob das Management auf eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate im mittleren bis hohen 50%-Bereich für 2024 bis 2029 an (zuvor: mittlere 40%). 2025 lagen KI-Accelerator-Umsätze bereits im hohen Zehnprozentbereich am Gesamtumsatz – nach einem mittleren Zehnprozentanteil im Jahr 2024.

Zum Expansionsbild gehört außerdem: Arizona läuft nicht „statt“ Taiwan. Berichten zufolge könnten in Taiwan – inklusive im Bau befindlicher und 2026 geplanter Projekte – insgesamt bis zu zehn Fabs über mehrere Science Parks hinweg anstehen. Der Fokus bleibt auf modernen Knoten (7nm und kleiner) sowie Advanced Packaging; 70 bis 80% der Ausgaben 2026 sollen in fortschrittliche Prozesstechnologien fließen. Parallel verweist TSMC auch auf neue Schritte in Japan sowie weitere Diversifizierung Richtung Europa und USA.

Entscheidend wird in den nächsten Quartalen, ob die neuen Werke außerhalb Taiwans schnell in eine effiziente Serienproduktion kommen – und ob die Margen beim Hochfahren der Auslandsstandorte nahe an den jüngsten Rekordwerten bleiben.

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