Die Aktie von Tilray Brands startete mit einem deutlichen Kurssprung ins Wochenende. Entgegen der breiten Skepsis am Markt legte das Unternehmen Rekordzahlen für das zweite Quartal vor, die sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis die Erwartungen übertrafen. Anleger honorieren vor allem die Fortschritte bei der Profitabilität und die starke Entwicklung im internationalen Geschäft.

Überraschender Gewinnsprung

Der Kurs kletterte am Freitag um rund 11 Prozent und etablierte sich über der Marke von 10 US-Dollar. Auslöser war der Umsatzsprung auf 217,5 Millionen US-Dollar – ein historischer Bestwert für ein zweites Quartal und ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ließ Tilray die Analystenschätzungen von 211 Millionen US-Dollar hinter sich.

Noch wichtiger für die Marktstimmung war jedoch die Profitabilität. Statt des von der Wall Street befürchteten Verlusts von 0,20 US-Dollar pro Aktie meldete das Unternehmen einen bereinigten Fehlbetrag von lediglich 0,02 US-Dollar. Zwar verbleibt unter dem Strich ein Nettoverlust von 44,9 Millionen US-Dollar, doch die deutlich geringeren operativen Verluste werten Investoren als starkes Signal.

Internationale Geschäfte als Wachstumstreiber

Ein Blick auf die Details zeigt eine klare Verschiebung der Umsatzquellen. Während das Alkoholsegment unter Wettbewerbsdruck litt und rückläufige Erlöse verzeichnete, kompensierten andere Sparten diese Schwäche:

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  • Internationales Cannabis: Dieser Bereich wuchs um beachtliche 36 Prozent. Haupttreiber war die Expansion in Europa, wobei insbesondere die regulatorischen Lockerungen in Deutschland als Wachstumsmotor fungierten.
  • Pharma: Die Vertriebssparte CC Pharma legte um 26 Prozent auf rund 85 Millionen US-Dollar zu. Dieser Geschäftszweig liefert stabilen Cashflow und verringert die Abhängigkeit vom volatilen reinen Cannabis-Geschäft.

Diese Diversifizierungsstrategie unterscheidet Tilray zunehmend von vielen kanadischen Konkurrenten, die weiterhin primär mit Cash-Burn und stagnierendem Wachstum kämpfen.

Solide Bilanz und Ausblick

Finanziell präsentiert sich Tilray robust. Mit Barmitteln und marktgängigen Wertpapieren in Höhe von 292 Millionen US-Dollar weist die Bilanz eine Netto-Cash-Position von fast 30 Millionen US-Dollar aus. Dies verschafft dem Unternehmen einen strategischen Vorteil in einem Sektor, der oft von Schuldenproblemen geprägt ist. Das Management bestätigte zudem die Prognose für das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2026 von 62 bis 72 Millionen US-Dollar.

Der Fokus richtet sich nun auf die weitere Umsetzung des Effizienzprogramms „Project 420“, das Kostensenkungen von 35 Millionen US-Dollar realisieren soll. Analysten wie Haywood Capital Markets reagierten mit einer leichten Kurszielanpassung auf 10,50 US-Dollar und bestätigten ihr „Hold“-Rating. Für die weitere Kursentwicklung dürften neben den kommenden Q3-Zahlen im April vor allem neue regulatorische Entwicklungen in den USA oder Deutschland ausschlaggebend sein.

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