In der aktuellen Episode des SportWoche ÖTV-Spitzentennis Podcasts ordnet Moderator Christian Drastil die Entwicklungen im österreichischen Tennis ein – von neuen Bestmarken über den Ausblick auf Miami bis hin zu einem charmanten Vorarlberg-Special mit Finanzredakteurin Susanne Bickel.

Rodionovs Halbfinale als Impulsgeber der Woche

Auch wenn die abgelaufene Woche insgesamt als ruhig einzustufen war, lieferte Jurij Rodionov das Highlight: Mit seinem Einzug ins Halbfinale beim Challenger-Turnier im französischen Cherbourg sicherte er sich die Auszeichnung als win2day-Spieler der Woche. Der Erfolg schlug sich unmittelbar in der Weltrangliste nieder – Rodionov verbesserte sich um 17 Ränge und sammelte 36 Punkte. Damit kletterte er auf Position 177 der ATP-Rangliste.

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at, aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

Die österreichische Top 10 im Überblick

Die übergreifende Rangliste der zehn bestplatzierten österreichischen Spielerinnen und Spieler – kombiniert aus WTA und ATP – zeigt ein bemerkenswertes Bild der Breite. An der Spitze steht nach wie vor Julia Grabher als Nummer 85 der WTA mit 864 Punkten. Dicht dahinter folgen Sebastian Ofner (ATP 87) und Philipp Misolic (ATP 88), die mit jeweils 671 Punkten praktisch gleichauf liegen.

Auf den weiteren Plätzen reihen sich die Damen stark ein: Anastasia Potapova belegt WTA-Rang 96 mit 810 Punkten, Lilli Tagger liegt auf WTA-Position 115 mit 718 Punkten, und Sinja Kraus hält sich auf WTA-Rang 120 mit 690 Zählern. Im hinteren Bereich der Top 10 finden sich Joel Schwärzler (ATP 176, 341 Punkte), der erwähnte Rodionov (ATP 177, 340 Punkte), Lukas Neumayer (ATP 227, 247 Punkte) und Sandro Kopp (ATP 305, 169 Punkte).

Neue Rekordmarken in Woche 11

Die von Drastil ins Spiel gebrachten mumak-me-Rekorde, die ihm als Gradmesser für die Gesamtstärke des österreichischen Tennis dienen, wurden in Woche 11 gleich doppelt gebrochen. Die kumulierte Platzziffer der Top 10 – also die Summe aller Weltranglistenplätze, bei der ein möglichst niedriger Wert angestrebt wird – sank auf 1.476. Das sind 10 Zähler besser als der bisherige Bestwert, maßgeblich getrieben durch Rodionovs Aufstieg. Gleichzeitig erreichten die kumulierten Punkte der Top 10 mit 5.511 einen neuen Jahreshöchststand – ein Wert, der möglichst hoch sein soll und 2026 noch nie so stark war.

Im offiziellen ATP & WTA Race, das Drastil als Börsianer mit einer Year-to-Date-Betrachtung vergleicht, sind sieben österreichische Spielerinnen und Spieler unter den Top 200 vertreten. Besonders auffällig ist die starke Positionierung der Damen: Anastasia Potapova liegt auf Rang 57, Lilli Tagger auf 70, gefolgt von Sebastian Ofner auf 74, Joel Schwärzler auf 105, Julia Grabher auf 117, Sinja Kraus auf 137 und Jurij Rodionov auf 153. Insgesamt befinden sich 11 Männer und 7 Frauen in den Top 1000 der jeweiligen Weltranglisten.

Ausblick auf Miami: Tagger mit Wildcard, Kraus in der Qualifikation

In der laufenden Woche richtet sich der Blick nach Miami. Lilli Tagger erhielt eine Wildcard für den Hauptbewerb und wird dort auf eine Qualifikantin treffen. Sinja Kraus kämpft sich derweil durch die Qualifikation und war zum Zeitpunkt der Aufnahme noch aktiv im Turnier. Beide Einsätze bieten Gelegenheit, weitere Punkte für die Weltrangliste und das Race zu sammeln.

Das Vorarlberg-Special: Tennisland mit prominenten Köpfen

Den Abschluss der Episode bildete ein besonderer Schwerpunkt auf Vorarlberg und dessen Verbindung zum österreichischen Tennis. ÖTV-Präsident Martin Ohneberg, selbst Vorarlberger, wird bei der turnusmäßigen Präsidiumswahl im April nicht mehr antreten. Sein Vorgänger im Amt war der ehemalige Finanzminister Magnus Brunner – ebenfalls ein Vorarlberger mit tiefer Verwurzelung im Tennissport.

Als Gesprächspartnerin für dieses Special war die Wirtschafts- und Finanzredakteurin Susanne Bickel (Die Presse) zu Gast, die aus einer kommenden Börse-People-Folge eingespielt wurde. Bickel, ebenfalls Vorarlbergerin, kennt sowohl Magnus Brunner als auch den aufstrebenden Joel Schwärzler aus dem gemeinsamen Tennisclub in Bregenz. Über Schwärzler sagte sie: „Ich hoffe, er schafft es auch wirklich auf der ATP-Tour. Das würde mich sehr, sehr freuen. Als Vorarlbergerin noch mal mehr, aber grundsätzlich als Österreicherin, weil jetzt leider ohne Dominic Thiem schaut es ja gerade ein bisschen nicht ganz so rosig aus."

Bickel bezeichnete sich selbst als leidenschaftliche Hobbyspielerin, die sich besonders auf die Outdoor-Saison freut, auch wenn es im Winter schwierig sei, Hallenplätze zu bekommen. An organisierten Meisterschaften nehme sie allerdings nur als Zuschauerin teil.

Dank und Würdigung für den scheidenden ÖTV-Präsidenten

Christian Drastil nutzte die Gelegenheit, dem scheidenden ÖTV-Präsidenten Martin Ohneberg ausdrücklich für seine Arbeit zu danken und betonte, von dessen Engagement begeistert gewesen zu sein. Die Formulierung „Ich bin sensationell begeistert von deinem Aufschlag" verband dabei auf treffende Weise die Tennis-Metaphorik mit der Anerkennung für Ohnebergs Amtszeit.

Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse

Die Woche 11 des Jahres 2026 brachte trotz überschaubarer Turnieraktivität gleich zwei neue Rekordmarken für das österreichische Spitzentennis. Jurij Rodionovs Halbfinaleinzug in Cherbourg war der zentrale Treiber. Die Breite des österreichischen Tennis zeigt sich in sieben Akteurinnen und Akteuren unter den Top 200 des Race sowie in der starken Positionierung der Damen. Mit dem Miami-Turnier steht die nächste Bewährungsprobe unmittelbar bevor, während im April mit der ÖTV-Präsidiumswahl auch abseits des Platzes eine wichtige Weichenstellung ansteht.