Tilray Aktie: Geteiltes Bild
Tilray hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen neuen Umsatzrekord erzielt, gleichzeitig aber die Gewinnerwartungen verfehlt. Umsatzstärke trifft damit auf anhaltende Profitabilitätsprobleme – ein Spannungsfeld, das sich auch in den ersten Analystenreaktionen widerspiegelt. Wie passen Rekordumsatz und gesenkte Kursziele zusammen?
Rekordumsatz, aber weiter Verluste
Tilray meldete für das zweite Quartal einen Nettoumsatz von 217,5 Millionen US-Dollar und lag damit über den Konsensschätzungen. Das Wachstum geht auf Zuwächse in mehreren Geschäftsbereichen zurück, unter anderem Cannabis, Distribution sowie Wellness.
Auf Ergebnisebene bleibt das Unternehmen aber im Minus.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
- Nettoumsatz: 217,5 Mio. US-Dollar (Rekordwert, über Erwartung)
- Nettoverlust: 44,93 Mio. US-Dollar, nach einem höheren Verlust im Vorjahr
- Verlust je Aktie (reported): -0,41 US-Dollar, besser als -0,99 US-Dollar im Vorjahresquartal, aber schwächer als erwartet
- Bereinigter Verlust je Aktie: -0,02 US-Dollar
- Adjusted EBITDA: 8,4 Mio. US-Dollar
- Netto-Cash-Position: 27,4 Mio. US-Dollar, bei gleichzeitig reduziertem Schuldenstand
Damit zeigt sich: Die operative Basis verbessert sich schrittweise, die Profitabilität bleibt aber klar hinter dem Umsatzwachstum zurück.
Unterschiedliche Dynamik in den Segmenten
Ein Blick auf die einzelnen Bereiche verdeutlicht die heterogene Entwicklung.
Die internationale Cannabis-Sparte legte beim Umsatz um 36 % im Jahresvergleich zu und war damit einer der stärksten Wachstumstreiber. Auch das Distributionsgeschäft erreichte ein Rekordquartal: Die Nettoumsätze stiegen hier auf 85,3 Millionen US-Dollar.
Deutlich schwächer lief es hingegen im Bereich Getränke und Alkohol. Dort ging der Umsatz im Jahresvergleich um 20,6 % zurück. Tilray verweist in diesem Segment auf anhaltende Schwierigkeiten im Craft-Beer-Markt, die das Gesamtbild spürbar belasten.
Unter dem Strich steht damit ein Geschäftsmodell, das zwar wächst, aber stark von der jeweils unterschiedlichen Margenstruktur der Segmente geprägt ist.
Kursreaktion und Analystenkommentare
Die Zahlen sorgten zunächst für Bewegung in der Aktie. Am Montag legten die Papiere zeitweise um 1,3 % zu und stiegen im Hoch auf 9,95 US-Dollar, schlossen dann aber schwächer bei 9,30 US-Dollar. Das spiegelt eine gewisse Unsicherheit wider, wie die Resultate einzuordnen sind.
Analysten zeigen sich geteilter Meinung, im Konsens überwiegt derzeit eine neutrale Haltung („Hold“). Konkreter wurde Haywood Capital Markets: Das Haus senkte sein Kursziel von 18,00 auf 10,50 US-Dollar. Begründung: Trotz des Umsatzanstiegs drücken geringere Margen auf die Profitabilität. Insbesondere der höhere Anteil margenärmerer Distributionsumsätze gilt dort als Belastungsfaktor.
Strategie, Ausblick und Schwerpunkte
Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte das Management die Prognose für das bereinigte EBITDA. Tilray rechnet weiterhin mit 62 bis 72 Millionen US-Dollar. Das unterstreicht den Anspruch, die Profitabilität schrittweise zu steigern, trotz der Belastungen in einzelnen Segmenten.
Strategisch setzt das Unternehmen unter anderem auf neue Produkte im Markt für alkoholfreie Getränke. Geplant bzw. in Arbeit sind hempf-basierte THC-Cocktails und cannabisinfundierte Drinks, mit denen Tilray vom Trend zu alkoholfreien Alternativen profitieren will. Parallel dazu bleibt der Ausbau der internationalen Cannabis-Aktivitäten, vor allem in Europa, ein zentraler Wachstumsbaustein.
Entscheidend für die kommenden Quartale wird sein, ob Tilray das Umsatzwachstum in margenstärkeren Bereichen ausbauen und gleichzeitig die Effekte der schwächeren Craft-Beer-Sparte begrenzen kann – nur dann dürfte sich der aktuelle Spagat zwischen Rekordumsatz und anhaltenden Verlusten spürbar verkleinern.
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