Thyssenkrupp Aktie: Zweiter Bieter taucht auf
Der Kampf um die kriselnde Stahlsparte nimmt Fahrt auf. Während die Gespräche mit dem indischen Konzern Jindal Steel weiterlaufen, meldet sich überraschend ein amerikanischer Investor zu Wort. Die Flacks Group signalisiert Kaufinteresse – allerdings nur unter einer Bedingung.
US-Fonds als Alternativerszenario
Michael Flacks, Chef des gleichnamigen Investmentfonds, erklärte gegenüber Reuters und der F.A.Z., dass sein auf Spezialsituationen spezialisierter Fonds bereit sei, ein Angebot für Thyssenkrupp Steel Europe abzugeben. Die Voraussetzung: Die seit Herbst 2025 laufenden Verhandlungen mit Jindal Steel müssen scheitern. Ein formelles Angebot liegt derzeit nicht vor, da der indische Stahlkonzern noch über die Exklusivität in den Gesprächen verfügt.
Jindal Steel hatte im September ein unverbindliches Übernahmeangebot vorgelegt und befindet sich aktuell in der Phase der vertieften Buchprüfung. Das Unternehmen bemüht sich parallel um die Zustimmung der IG Metall und des Betriebsrats. Konzernchef Miguel Lopez bestätigte im Februar, dass die Verhandlungen intensiv geführt werden.
Umbau kostet Hunderte Millionen
Die Stahlsparte steht vor einem tiefgreifenden Einschnitt. Von den rund 26.000 Arbeitsplätzen bei Thyssenkrupp Steel Europe sollen mittelfristig bis zu 11.000 abgebaut oder ausgelagert werden. Allein im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 fielen für die Restrukturierung 401 Millionen Euro an Kosten an.
Diese Maßnahmen haben die Sparte laut Konzernangaben attraktiver für potenzielle Käufer gemacht. Gleichzeitig verdeutlichen sie den finanziellen Druck: Das Stahlgeschäft belastet die Konzernbilanz durch hohen Kapitalbedarf und drückt anhaltend auf den Cashflow.
Rückschlag bei Wasserstoff-Plänen
Parallel zu den Verkaufsgesprächen stockt die Transformation zur klimaneutralen Produktion. Thyssenkrupp Steel hat die Ausschreibung für grünen Wasserstoff am Standort Duisburg vorerst ausgesetzt. Die eingegangenen Angebote lagen deutlich über den internen Erwartungen und erlaubten keine wirtschaftlich sinnvolle Kalkulation. Der Bau der Direktreduktionsanlage wird dennoch fortgesetzt.
Die Nachricht vom zweiten Interessenten sorgte für positive Impulse: Die Aktie legte nach Bekanntwerden temporär um über 1,5 Prozent zu. Für den Konzern gilt der Verkauf oder die Ausgliederung der Stahlsparte als zentraler Baustein der Strategie, um sich dauerhaft von den hohen Investitions- und Umbaukosten zu befreien. Vorangegangene Versuche, das Geschäft über einen Börsengang oder ein Joint Venture zu verselbständigen, waren gescheitert.
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