Während das Stahlgeschäft unter globalem Wettbewerbsdruck und hohen Energiekosten ächzt, liefert die Marinesparte von Thyssenkrupp (TKMS) positive Nachrichten. Mit der Unterzeichnung eines Vorvertrags für neue Fregatten sichert sich der Konzern einen entscheidenden Auftrag der Bundeswehr. Für Anleger stellt sich die Frage: Kann die Rüstungssparte die Schwäche im Kerngeschäft Stahl dauerhaft kompensieren?

Die wichtigsten Fakten zum Deal:
* Vertragspartner: ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und das Bundesamt für Ausrüstung (BAAINBw).
* Projekt: Bau von Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU.
* Zeitplan: Auslieferung des ersten Schiffes bis Ende 2029 angestrebt.
* Hintergrund: Vermeidung von Fähigkeitslücken bei der Deutschen Marine.

Zeitdruck erzwingt schnelles Handeln

Die gestern unterzeichnete Vereinbarung ist ungewöhnlich in ihrer Dringlichkeit. Anstatt auf den finalen Hauptvertrag zu warten, ermöglicht dieser Vorvertrag den sofortigen Start kritischer Maßnahmen. TKMS kann nun umgehend mit der Materialbeschaffung beginnen und erste Stahlarbeiten einleiten.

Hintergrund dieser Eile ist die Sorge der Bundeswehr vor einer Fähigkeitslücke, da sich andere Rüstungsprojekte verzögern könnten. Das ambitionierte Ziel, das erste Schiff bereits bis Ende 2029 auszuliefern, erfordert diesen parallelen Projektstart noch im Februar 2026. Für Thyssenkrupp bedeutet dies Planungssicherheit und Cashflow in einem frühen Stadium des Projekts.

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Marine als Stabilitätsanker

Strategisch kommt dieser Auftrag genau zur richtigen Zeit. Der Konzern befindet sich mitten in einer komplexen Transformation. Die traditionelle Stahlsparte kämpft weiterhin mit schwacher Nachfrage und globalen Überkapazitäten, was die Bilanz belastet. Die Sparte Marine Systems hingegen etabliert sich zunehmend als technologisches Aushängeschild und verlässlicher Umsatztreiber.

Der Markt honoriert diese Entwicklung bereits seit Längerem. Die Aktie konnte auf Zwölf-Monats-Sicht um beachtliche 166,85 Prozent zulegen und notierte gestern bei 11,84 Euro. Allerdings deutet der RSI mit einem Wert von 68,2 darauf hin, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung kurzfristig heißlaufen könnte.

Der neue Auftrag unterstreicht die industriepolitische Relevanz von TKMS. Er stärkt die Verhandlungsposition des Managements bei der weiteren Neuausrichtung des Konglomerats und beweist, dass die Rüstungssparte technologisch und strategisch im europäischen Markt fest verankert ist.

Fazit

Der Vorvertrag ist ein operativer Erfolg, der die Wichtigkeit der Marinesparte im Konzernverbund zementiert. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun sein, ob Thyssenkrupp den straffen Zeitplan bis 2029 einhalten kann und wie schnell der finale Hauptvertrag folgt. Gelingt die reibungslose Umsetzung, dürfte dies den Bewertungsaufschlag für die Rüstungssparte weiter rechtfertigen.

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