Der Münchner Agrarkonzern kommt auch zum Start des Jahres 2026 nicht zur Ruhe. Nach dem abrupten Rücktritt von CEO Dr. Frank Hiller sorgen nun staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und offene Fragen zur Sanierung für Verunsicherung am Markt. Kann der geplante Verkauf der Cefetra-Sparte in diesem Umfeld die dringend benötigte finanzielle Entlastung bringen?

  • Führungswechsel: CEO Dr. Frank Hiller legte sein Amt am 9. Januar überraschend nieder.
  • Justiz: Ermittlungen wegen Untreueverdachts gegen Ex-Management belasten die Stimmung.
  • Sanierung: Der Verkauf der Cefetra-Tochter soll die Schulden um über 600 Millionen Euro drücken.

Ermittlungen und Machtvakuum

Die Unsicherheit im Unternehmen manifestierte sich am 9. Januar 2026, als der erst seit zehn Monaten amtierende Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller seinen Posten mit sofortiger Wirkung räumte. Berichten zufolge gingen dem Schritt Differenzen mit den Hauptaktionären über die künftige Kommunikationsstrategie voraus. Ein Nachfolger steht bislang nicht fest, die Aufgaben werden interimistisch von den verbliebenen Vorstandsmitgliedern übernommen.

Verschärft wird die Lage durch den Zugriff der Justiz. Am 15. Januar durchsuchte die Staatsanwaltschaft München Privaträume im Umfeld des Konzerns. Im Fokus steht ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Vorstandschef Klaus Josef Lutz wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Konzernlagebericht 2023. Auch die Finanzaufsicht BaFin prüft den damaligen Jahresabschluss auf mögliche Verstöße.

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Hoffnungsträger Cefetra-Verkauf

Operativ hängt der Erfolg der Sanierung maßgeblich an der Veräußerung der niederländischen Agrarhandelstochter Cefetra Group B.V. Ein entsprechender Kaufvertrag über rund 125 Millionen Euro wurde Ende Dezember 2025 mit einem Investorenkonsortium unterzeichnet. Hinzu kommen etwa 62 Millionen Euro aus der Rückführung von Darlehen.

Der entscheidende Hebel dieser Transaktion liegt jedoch in der Bilanzstruktur: Durch die Entkonsolidierung der Tochtergesellschaft würden die Bankverbindlichkeiten des Konzerns auf einen Schlag um über 600 Millionen Euro sinken. Nachdem ein früherer Verkaufsversuch im Herbst 2025 an der Finanzierung des Käufers scheiterte, müssen nun noch die italienischen Behörden und der BayWa-Aufsichtsrat grünes Licht geben.

Radikaler Sparkurs bis 2028

Die Transaktion ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans nach dem StaRUG-Verfahren, dem die Gläubiger im Mai 2025 zustimmten. Das Ziel ist ambitioniert: Die Bankverbindlichkeiten sollen bis Ende 2028 von ursprünglich 5,4 Milliarden Euro auf etwa 1,3 Milliarden Euro sinken. Dies geht mit einem massiven Personalabbau von über 23.000 auf rund 8.000 Mitarbeiter und dem Verkauf von zwei Dritteln der Geschäftsaktivitäten einher.

Entscheidend für den weiteren Kurs der Aktie ist der reibungslose Vollzug des Cefetra-Deals, den der Vorstand noch im laufenden ersten Quartal 2026 erwartet. Konkrete Zahlen zum Fortschritt der Sanierung liefert das Unternehmen spätestens am 26. März 2026 mit der Veröffentlichung des Jahresabschlusses.

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