Thyssenkrupp treibt seine Neuausrichtung konsequent voran. Während im Hintergrund über den Verkauf der eigenen Stahlsparte verhandelt wird, sichert sich die Handelssparte Materials Services langfristige Liefermengen aus Schweden. Diese operative Weichenstellung trifft auf ein bullisches Chartbild, das die Anlegerstimmung seit Monaten dominiert.

  • Neuer Deal: Materials Services unterschreibt Liefervertrag mit Stegra (ehemals H2 Green Steel).
  • Starke Performance: Die Aktie verzeichnet ein Plus von über 175 % auf Jahressicht.
  • Übernahmefantasie: Verhandlungen mit Jindal Steel stützen den Kurs.

Details zum Schweden-Deal

Die Handelssparte Thyssenkrupp Materials Services hat sich vertraglich den Zugriff auf signifikante Stahlmengen aus Nordschweden gesichert. Der Partner ist das Startup Stegra, das ab 2027 aus seinem Werk in Boden liefern soll. Das Volumen bewegt sich im hohen sechsstelligen Tonnenbereich über die gesamte Laufzeit.

Interessant ist hierbei die vertragliche Feinheit: Es handelt sich um sogenannten "Non-Prime-Stahl". Dabei verzichtet Thyssenkrupp auf die offiziellen CO2-Zertifikate (Environmental Attribute Certificates), da Stegra diese separat vermarktet. Der Essener Konzern darf das Material folglich nicht mit "grünen Ansprüchen" bewerben, nutzt es aber, um seine Logistik- und Verarbeitungskapazitäten auszulasten. Heather Wijdekop, CEO der Processing-Sparte, betonte die Eignung des eigenen Netzwerks für diese Volumina.

Verkaufsspekulation treibt Kurs

Der operative Deal flankiert die eigentliche Story, die den Kurs zuletzt antrieb: Die Restrukturierung des Konzerns. Marktberichte deuten auf Fortschritte beim geplanten Verkauf der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) an die indische Jindal Steel International hin. Diskutiert wird ein Stufenmodell, bei dem zunächst 60 Prozent und später die restlichen Anteile den Besitzer wechseln könnten.

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Diese Fantasie spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Mit einem Schlusskurs von 10,67 Euro notiert das Papier weit über den Durchschnittslinien der letzten 50 und 200 Tage. Besonders die langfristige Entwicklung beeindruckt: Die Aktie legte in den vergangenen 12 Monaten um gut 175 Prozent zu. Auch kurzfristig bleibt das Momentum positiv, mit einem Anstieg von über 15 Prozent in den letzten 30 Tagen.

Analysten skeptischer als der Markt

Trotz der Kursrallye bleiben viele Experten vorsichtig. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt mit rund 9,68 Euro unter dem aktuellen Niveau. Häuser wie Barclays ("Underweight") oder die Deutsche Bank ("Hold") sehen die Risiken der Transformation noch nicht gebannt. Lediglich die Baader Bank positionierte sich zuletzt mit einer Kaufempfehlung optimistisch.

Die Diskrepanz zwischen Analystenzielen und Marktbewertung deutet darauf hin, dass Anleger derzeit vor allem die Chancen einer erfolgreichen Aufspaltung einpreisen und operative Risiken in den Hintergrund rücken.

Für Investoren werden die kommenden Wochen entscheidend sein, um die Substanz der Rallye zu prüfen. Am 30. Januar 2026 steht die Hauptversammlung an, auf der über eine Dividende von 0,15 Euro abgestimmt wird. Konkrete Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres folgen am 12. Februar 2026. Sollten sich hier die Hinweise auf einen erfolgreichen Verkauf der Stahlsparte verdichten, könnte der Weg in Richtung des 52-Wochen-Hochs bei 13,24 Euro frei werden.

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