Thyssenkrupp drückt bei seiner Transformation massiv aufs Tempo. Zum Wochenauftakt konkretisieren sich gleich drei strategische Großprojekte: Ein potenzieller Milliarden-Deal für die Marinesparte, Fortschritte beim lang ersehnten Verkauf der Stahlsparte und eine neue Lieferpartnerschaft in Schweden. Während der Konzern den Umbau vorantreibt, gilt es nun, die komplexen Verhandlungen in werthaltige Abschlüsse zu überführen.

  • TKSE-Verkauf: Stufenweise Übernahme durch Jindal Steel im Gespräch.
  • Marine-Sparte: Indien-Deal über 8 Milliarden US-Dollar möglich.
  • Material-Handel: Langfristiger Vertrag mit Grünstahl-Startup Stegra.

Verkauf der Stahlsparte: Das Modell steht

Die Verhandlungen über die Abspaltung der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) an Jindal Steel International gewinnen an Schärfe. Berichten zufolge zeichnet sich ein Stufenmodell ab, das die Transaktion erleichtern könnte. Zunächst würde Jindal einen Mehrheitsanteil von voraussichtlich 60 Prozent übernehmen. Die verbleibenden 40 Prozent könnten zu einem späteren Zeitpunkt in einer oder zwei Tranchen folgen.

Dieses Vorgehen bietet Thyssenkrupp strategische Flexibilität im Umgang mit den Pensionsverpflichtungen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro. Diese Altlasten erwiesen sich bei früheren Verkaufsversuchen oft als Deal-Breaker. Dass die Gespräche ernsthaft voranschreiten, zeigt auch die Ankündigung einer technischen Prüfung: Eine Delegation von Jindal wird noch im Januar zur Begutachtung des Duisburger Werks erwartet.

Milliarden-Chance in Indien

Parallel zur Stahl-Konsolidierung winkt der Marinesparte (TKMS) ein Großauftrag. Deutschland und Indien verhandeln über einen Fertigungsvertrag für U-Boote mit einem Volumen von mindestens 8 Milliarden US-Dollar. Im Raum steht eine Kooperation zwischen TKMS und der indischen Mazagon Dock Shipbuilders.

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Ein entscheidender Faktor bei diesen Gesprächen ist der Technologietransfer. Die geplanten U-Boote sollen mit luftunabhängigen Antriebssystemen ausgestattet werden. Sollte der Deal im Vorfeld des anstehenden Indien-Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz finalisiert werden, wäre dies ein signifikantes Signal für die Werthaltigkeit der Sparte, die Thyssenkrupp ebenfalls verselbstständigen möchte.

Grünstahl aus Schweden und Marktbewegung

Operative Fortschritte meldet auch die Handelssparte. Thyssenkrupp Materials Processing Europe sicherte sich vertraglich signifikante Mengen an "Non-Prime-Stahl" vom schwedischen Startup Stegra (ehemals H2 Green Steel). Ab 2027 soll das Material, das industriellen Standards genügt, aber nicht die höchsten Qualitätsklassen erreicht, geliefert werden. Dies stärkt die Position im wachsenden Markt für CO2-reduzierte Werkstoffe, auch wenn die Emissionszertifikate bei Stegra verbleiben.

Der Aktienkurs spiegelt die hohe Erwartungshaltung an den Konzernumbau wider. Mit aktuell 10,54 Euro notiert das Papier zwar leicht unter dem Schlusskurs vom Montag, behauptet sich aber in der Nähe des kürzlich markierten 5-Jahres-Hochs. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein massives Plus von rund 172 Prozent zu Buche. Analysten bleiben jedoch gespalten: Während die Baader Bank zum Kauf rät, bewerten Barclays und Jefferies die Aktie zurückhaltender, da die Umsetzung der Deals noch Risiken birgt.

Am 30. Januar 2026 müssen sich Anleger auf der Hauptversammlung zur Dividende von 0,15 Euro positionieren, bevor am 12. Februar die Zahlen zum ersten Quartal folgen. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob das Management die Restrukturierungsaufwendungen von geplanten 350 Millionen Euro im Griff behält und den prognostizierten bereinigten EBIT-Korridor von 500 bis 900 Millionen Euro bestätigt.

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