Thyssenkrupp Aktie: Portfoliokurs
Thyssenkrupp treibt seine Neuaufstellung weiter voran. Laut Insidern prüft der Industriekonzern den Verkauf von rund 30 Prozent an der Wälzlager-Sparte Rothe Erde – ein profitables Geschäft mit starkem Bezug zur Windenergie. Im Markt stellt sich die Frage: Wird diese mögliche Transaktion zum nächsten Baustein der Konzernwende?
Die möglichen Rothe-Erde-Pläne
Mehrere Agenturberichte zeichnen ein ähnliches Bild: Thyssenkrupp arbeitet demnach bereits mit einem Berater zusammen, um das Interesse potenzieller Käufer an Rothe Erde auszuloten. Bloomberg und Reuters berufen sich dabei jeweils auf mit der Situation vertraute Personen.
Rothe Erde ist im Segment Decarbon Technologies angesiedelt und zählt zu den führenden Herstellern von Großwälzlagern. Die Produkte kommen vor allem in Windkraftanlagen und im Maschinenbau zum Einsatz – Bereiche, die strukturell wachsen und von der weltweiten Energiewende profitieren.
In einer Stellungnahme gegenüber Reuters bestätigte Thyssenkrupp den grundsätzlichen Charme der Sparte: Rothe Erde sei profitabel und ein interessantes Asset innerhalb der Gruppe. Gleichzeitig betonte der Konzern, regelmäßig Angebote für unterschiedliche Transaktionsoptionen zu erhalten und alle Möglichkeiten zu prüfen. Konkrete Angaben zu Zeitplan, möglichen Käufern oder dem Stand der Verhandlungen gibt es bislang nicht.
Kernpunkte zur möglichen Transaktion:
- Geprüft wird der Verkauf von rund 30 % an Rothe Erde
- Mögliche Gesamtbewertung der Sparte: rund 1,5 Mrd. Euro
- Potenzieller Mittelzufluss für Thyssenkrupp: ca. 450 Mio. Euro
- Rothe Erde gilt als profitabel und wachstumsnah (Windenergie, Maschinenbau)
Kursentwicklung: Starker Lauf vor HV
Die Aktie hat den Nachrichtenimpuls klar positiv aufgenommen. Am Freitag legte der Kurs um 3,33 % zu und schloss bei 11,31 Euro. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von gut 9 Prozent.
Noch spannender ist der Blick auf den mittelfristigen Trend: Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 16,36 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten fällt der Anstieg mit knapp 159 Prozent deutlich kräftiger aus. Der Titel liegt damit spürbar über den wichtigen Durchschnittslinien; der 50-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell bei 9,64 Euro, der Kurs notiert rund 17 Prozent darüber.
Einige technische Kennzahlen im Überblick:
- Schlusskurs Freitag: 11,31 Euro
- 52-Wochen-Bandbreite: 4,37 bis 13,24 Euro
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: rund -15 %
- RSI (14 Tage): 68,2 (obere neutrale Zone)
- 30-Tage-Volatilität (annualisiert): rund 75 %
Damit bleibt der Wert klar trendstark, allerdings mit spürbar erhöhter Schwankungsbreite – ein Profil, das gut zu einem Konzern im Umbau passt.
Strategische Einordnung des Teilverkaufs
Der potenzielle Einstieg eines Investors bei Rothe Erde wäre kein isolierter Schritt, sondern fügt sich in die laufende Portfolio-Transformation ein. In den vergangenen Quartalen hat Thyssenkrupp mehrere Weichen gestellt:
- Oktober 2025: Börsengang der Marinesparte TKMS
- Dezember 2025: Sanierungstarifvertrag für Steel Europe mit der IG Metall abgeschlossen
- Laufend: Prüfung des Angebots des indischen Stahlkonzerns Jindal für die Stahlsparte
Vor diesem Hintergrund könnte ein Teilverkauf von Rothe Erde gleich mehrere Funktionen erfüllen. Ein Mittelzufluss von rund 450 Millionen Euro ließe sich für die Restrukturierung der verlustreichen Stahlsparte oder zum Schuldenabbau einsetzen. Gleichzeitig würde Thyssenkrupp bei einem 30-Prozent-Deal Mehrheitsaktionär bleiben und weiter am Wachstum des Wälzlagerspezialisten partizipieren.
Rothe Erde steht damit sinnbildlich für den Spagat des Konzerns: Einerseits Kapital freisetzen und Risiken aus dem Portfolio nehmen, andererseits die profitablen Zukunftsfelder nicht aus der Hand geben.
Zahlenblick und Ausblick: Wende mit Gegenwind
Operativ bleibt das Bild gemischt. Die Konsensschätzungen für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 reichen bei den Umsätzen von einem leichten Rückgang von bis zu 2 Prozent bis zu einem moderaten Plus von 1 Prozent. Belastend wirken vor allem die Kosten für die Neuaufstellung des Stahlgeschäfts, weshalb Thyssenkrupp auf Gruppenebene weiterhin von einem Verlust ausgeht.
Auf der Bewertungsseite sind die Analysten entsprechend zurückhaltend. Jüngst meldeten sich unter anderem Barclays („Underweight“), DZ Bank, Jefferies und Deutsche Bank (jeweils „Hold“) zu Wort, während die Baader Bank im Herbst 2025 auf „Buy“ blieb. Ein klarer Konsens auf der positiven Seite ist damit nicht erkennbar, trotz der starken Kursentwicklung.
Ein wichtiges nächstes Datum steht bereits fest: Am 30. Januar 2026 findet die ordentliche Hauptversammlung in Bochum statt. CEO Miguel López wird dort die strategische Linie erläutern – inklusive des weiteren Vorgehens bei Stahl, TKMS und potenziell auch Rothe Erde. Zudem stimmen die Aktionäre über eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie ab. Damit verdichtet sich der 30. Januar zu einem zentralen Termin, an dem der Konzern seine Umbaupläne konkretisieren und den Markt auf die nächsten Schritte einstimmen kann.
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