Thyssenkrupp Aktie: Umbau unter Zeitdruck
Thyssenkrupp steckt mitten in der größten Restrukturierung seiner Geschichte – und die Börse zeigt wenig Geduld. Binnen eines Monats verlor die Aktie über ein Viertel ihres Werts. Der Grund: Drei parallele Großbaustellen, die alle gleichzeitig auf Ergebnisse drängen. Bis Ende März muss die Handelssparte ihre operative Tauglichkeit beweisen, parallel laufen Verkaufsgespräche zur Stahlsparte, und die Wasserstoff-Ambitionen erhielten einen herben Dämpfer.
Die Aktie schloss am Freitag bei 9,23 Euro – ein Rückgang von rund 30 Prozent seit dem Oktober-Hoch. Der europäische Stahlsektor insgesamt steht unter Druck, doch bei Thyssenkrupp kommt die Unsicherheit über die Konzernstruktur erschwerend hinzu.
Materials Services: Bewährungsprobe läuft
Die Handelssparte Materials Services steht vor einer Weichenstellung. Mit 11,4 Milliarden Euro Umsatz und über 15.000 Mitarbeitern handelt es sich um ein Kerngeschäft des Konzerns. Thyssenkrupp prüft für die Einheit mehrere Optionen: Abspaltung, Börsengang oder vollständiger Verkauf. Ein IPO könnte bereits im Herbst 2026 erfolgen.
Entscheidend ist jedoch die unmittelbare Zukunft: Bis Ende März muss die Sparte operative Verbesserungen nachweisen. Erst dann will der Konzern die nächsten strategischen Schritte definieren. Diese Deadline setzt die Einheit unter erheblichen Druck – und die Märkte warten auf Signale.
Stahlsparte: Jindal prüft die Bücher
Parallel laufen vertrauliche Verkaufsgespräche mit Jindal Steel International über die Stahlsparte Steel Europe. Eine Due-Diligence-Prüfung ist im Gange. Operativ gibt es positive Signale: Ab 2026 liefert Thyssenkrupp CO₂-reduzierten bluemint-Stahl an BMW für die Serienproduktion des iX3.
Ein Meilenstein ist bereits erreicht: Im Dezember 2025 wurde ein Tarifvertrag zur Stahl-Restrukturierung abgeschlossen, im Februar folgte ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft des Gemeinschaftsunternehmens HKM. Die Übertragung der HKM-Anteile ist für den 1. Juni 2026 geplant.
Grüner Wasserstoff: Realitätscheck
Die Pläne zur Beschaffung von grünem Wasserstoff für das Duisburger Werk erlitten einen Rückschlag. Die eingegangenen Angebote lagen deutlich über den Erwartungen – so weit, dass Thyssenkrupp die Ausschreibung aussetzte. Wirtschaftlich darstellbar waren die Preise nicht.
Der Konzern hält jedoch am Kernprojekt fest: Der Bau der Direct Reduction Iron-Anlage in Duisburg wird fortgesetzt. Die Episode zeigt allerdings, wie schwierig die Transformation zur grünen Stahlproduktion in der Praxis ist.
Zahlen: Umbaukosten belasten Ergebnis
Im ersten Quartal 2025/26 legte das bereinigte EBIT um 10 Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Unterm Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro – getrieben von Umbaukosten bei Steel Europe in Höhe von 401 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr rechnet Thyssenkrupp mit einem Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro, bedingt durch Restrukturierungsrückstellungen. Ein stabilisierender Faktor bleibt die Marinesparte TKMS mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. Seit Dezember ist die Rüstungstochter im MDAX notiert – Thyssenkrupp hält 51 Prozent.
Halbjahresbericht als Wegmarke
Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Drei Entwicklungen werden dann im Fokus stehen: der Fortschritt bei Materials Services nach Ablauf der März-Deadline, der Stand der Jindal-Verhandlungen und die für Anfang Juni geplante HKM-Anteilsübertragung. Bis dahin dürfte die Aktie eng an den operativen Signalen aus diesen drei Baustellen orientiert bleiben.
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