Der geplante Verkauf der Stahlsparte an Indiens Jindal Steel gilt intern zunehmend als unsicher — und die Märkte reagieren entsprechend. Am Freitag markierte die Thyssenkrupp-Aktie bei 7,80 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, rund 41 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro.

Laut Insidern zweifeln leitende Mitarbeiter daran, dass die seit sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu einem Abschluss führen. Der Kern des Problems: Uneinigkeit darüber, wie viel Kapital Jindal bereitstellen würde, um die angeschlagene Stahlsparte durch den anhaltenden Abschwung auf dem europäischen Stahlmarkt zu tragen. Schwache Margen, hohe Energiekosten und globales Überangebot belasten das Geschäft — genau jene Risiken, bei denen Thyssenkrupp auf frisches Kapital eines neuen Eigentümers angewiesen wäre.

Ohne den Deal fehlt dem Konzern ein zentrales Finanzierungselement für die Transformation hin zu Bereichen wie Marine Systems und Hightech-Materialien.

Restrukturierung kostet — und soll es auch

Die jüngsten Quartalszahlen illustrieren das Dilemma. Bei einem Umsatz von 7,2 Milliarden Euro und einem bereinigten EBIT von 211 Millionen Euro drückten Restrukturierungskosten aus der Stahlsparte von 401 Millionen Euro das Ergebnis in einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro — bewusst in Kauf genommen als Preis für den Umbau.

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Parallel läuft eine weitere Uhr: Die Handelseinheit Materials Services, mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Mitarbeitern keine Randgröße, muss bis Ende März operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit nachweisen. Thyssenkrupp prüft dafür mehrere Wege — Börsengang im Herbst 2026, Abspaltung oder direkter Verkauf, auch eine Umwandlung in eine KGaA steht zur Debatte.

Lichtblick Marine Systems

Während die Stahlsparte belastet, liefert die Rüstungstochter TKMS positive Signale. Seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert — Thyssenkrupp hält 51 Prozent — weist TKMS einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro aus. Die Bruttomarge stieg im ersten Quartal auf 17 Prozent, der Free Cashflow drehte auf plus 33 Millionen Euro. Das Management hob die Jahresprognose an und rechnet nun mit zwei bis fünf Prozent Umsatzwachstum. Zudem bewirbt sich TKMS als einziger Bieter um das F127-Fregatten-Programm der Bundeswehr und um einen Auftrag über bis zu zwölf U-Boote in Kanada.

Einen Rückschlag gab es hingegen beim grünen Stahl: Das Ausschreibungsverfahren für Wasserstoff-Lieferungen ans Duisburger Werk wurde ausgesetzt, weil die eingereichten Angebote laut Unternehmen „deutlich höher" als kalkulierbar ausfielen. Der Bau der Direktreduktionsanlage läuft dennoch weiter, unterstützt durch rund zwei Milliarden Euro öffentlicher Förderung.

Den nächsten konkreten Einblick in den Stand aller laufenden Prozesse liefert der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 — mit dem Jindal-Status, den Materials-Services-Fortschritten und dem geplanten HKM-Anteilsübergang am 1. Juni als zentrale Datenpunkte.

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