Thyssenkrupp Aktie: Jindal-Deal wackelt
Der geplante Verkauf der Stahlsparte steht auf wackeligem Fundament. Laut Bloomberg-Bericht wächst intern die Skepsis, ob ein Deal mit dem indischen Konzern Jindal Steel International überhaupt zustande kommt — und die Aktie reagierte heute mit einem Kurseinbruch von zeitweise fast acht Prozent.
Wo die Verhandlungen stocken
Kern des Problems ist die Kapitalbeteiligung: Thyssenkrupp-Mitarbeiter zweifeln daran, dass Jindal ausreichend Kapital bereitstellen kann, um die Stahlsparte Steel Europe durch den anhaltenden Abschwung auf dem europäischen Markt zu stützen. Schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und Importwettbewerb belasten die Sparte strukturell — genau das macht verlässliche Finanzierungszusagen so entscheidend.
Dabei hatte der Konzern zuletzt durchaus Fortschritte erzielt. Im Dezember 2025 wurde ein Tarifvertrag zur Stahl-Restrukturierung abgeschlossen, im Februar folgte ein Term Sheet mit der Salzgitter AG zur Zukunft des Gemeinschaftsunternehmens HKM. Die Übertragung der HKM-Anteile ist für den 1. Juni 2026 geplant. Dass nun ausgerechnet der zentrale Schritt — der Verkauf an Jindal — ins Stocken gerät, verstärkt den Druck auf die Aktie erheblich.
Die Restrukturierungskosten schlagen bereits jetzt massiv durch. Im jüngsten Quartal meldete Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro, allein 401 Millionen Euro an Belastungen stammten aus Steel Europe. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
Mehrere Baustellen gleichzeitig
Neben dem Stahl-Deal steht Ende März eine weitere Wegmarke an: Die Handelstochter Materials Services — mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Mitarbeitern — muss operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit nachweisen. Als Optionen prüft Thyssenkrupp eine Börsennotierung im Herbst 2026, eine Abspaltung oder einen direkten Verkauf.
Stabiler wirkt dagegen die Marinesparte TKMS, die im Oktober 2025 an die Börse gebracht wurde. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und der Rolle als einziger Bieter für das Bundeswehr-Fregatten-Programm F127 liefert sie verlässliche Perspektiven. Thyssenkrupp hält 51 Prozent der Anteile.
Aufmerksamkeit erzeugte zuletzt auch eine Pflichtmitteilung vom 6. März: Investor Sunil Jagwani hat über Aktienswaps und Put-Optionen eine Position von 9,13 Prozent aufgebaut.
Halbjahresbericht als nächster Test
Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Bis dahin dürften vor allem zwei Fragen das Bild prägen: ob Materials Services die operativen Ziele bis Ende März erreicht — und ob die Gespräche mit Jindal wieder Fahrt aufnehmen oder endgültig scheitern. Die Aktie notiert mit rund 8,31 Euro knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 7,98 Euro. Viel Spielraum nach unten bleibt nicht.
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