Thyssenkrupp Aktie: Stahlsparte in der Krise
Der geplante Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel & Power droht zu scheitern – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Laut mit den Verhandlungen vertrauten Personen zweifeln leitende Mitarbeiter bei Thyssenkrupp zunehmend daran, dass ein Deal noch zustande kommt. Die Aktie fiel daraufhin auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,80 Euro – ein Rückgang von mehr als 36 Prozent allein im vergangenen Monat.
Warum die Jindal-Gespräche stocken
Die Verhandlungen hängen an mehreren kritischen Punkten fest. Jindal fordert weitere Kostensenkungen, während die IG Metall weitreichende Jobgarantien als Bedingung für ihre Zustimmung verlangt. Das eigentliche Kernproblem: Unklar ist, wie viel Kapital Jindal bereitstellen würde, um Thyssenkrupp Steel Europe durch den anhaltenden Abschwung am europäischen Stahlmarkt zu stützen – einem Markt, der gleichzeitig von Überkapazitäten, günstigem Importstahl und Dekarbonisierungsdruck belastet wird.
Scheitert der Deal endgültig, steht Thyssenkrupp ohne klaren Plan für seine strukturell belastete Stahlsparte da. Im ersten Quartal 2025/26 drückten allein die Restrukturierungskosten bei Steel Europe mit 401 Millionen Euro das Konzernergebnis auf einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
Drei Baustellen, eine knappe Frist
Parallel zum Stahldebakel kämpft Thyssenkrupp an zwei weiteren Fronten. Die Handelstochter Materials Services – mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 15.000 Mitarbeitern eine der größten Sparten – muss bis Ende März operative Fortschritte nachweisen. Andernfalls rücken Abspaltung, Börsengang oder Verkauf näher; ein IPO wäre laut Unternehmensangaben bereits im Herbst denkbar.
Beim Thema grüner Stahl musste Thyssenkrupp zuletzt die Beschaffung von Wasserstoff für das Duisburger Werk pausieren, weil die eingereichten Preisangebote die Erwartungen deutlich überstiegen. Der Bau der Direktreduktionsanlage läuft dennoch planmäßig weiter. Immerhin: Zwei Meilensteine für die Stahl-Neuausrichtung wurden gesetzt – der Tarifvertrag vom Dezember 2025 und die Einigung mit Salzgitter zur Zukunft von HKM, deren Anteilsübertragung für den 1. Juni 2026 geplant ist.
Marine Systems als ruhiger Pol
Einen Stabilitätsanker bietet die Marinesparte TKMS, die im Oktober 2025 an die Börse gebracht wurde und seit Dezember im MDAX notiert. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro steht die Sparte solide da – und bewirbt sich derzeit als einziger Bieter für das Fregatten-Programm F127 der Bundeswehr sowie um einen Auftrag über bis zu zwölf U-Boote in Kanada.
Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Bis dahin werden vor allem die operativen Ergebnisse bei Materials Services und der weitere Verlauf der Jindal-Gespräche zeigen, ob der Konzernumbau noch auf Kurs ist.
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