Bundeskanzler Friedrich Merz ist heute in Indien eingetroffen – und im Gepäck hat die deutsche Delegation ein Mega-Projekt: Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) verhandelt über den Bau von sechs konventionellen U-Booten für die indische Marine. Das Volumen des "Project-75I" wird auf rund 8 Milliarden US-Dollar taxiert. Parallel verdichten sich die Signale beim Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International. Zwei Großbaustellen, die den Kurs der Thyssenkrupp Aktie aktuell antreiben.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:
* U-Boot-Deal mit Indien: Volumen ~8 Mrd. USD für sechs Einheiten
* Merz trifft heute in Ahmedabad und Gandhinagar ein, um das Projekt politisch zu flankieren
* Stahl-Exit: Jindal Steel soll zunächst 60 % der Anteile an TKSE übernehmen
* Neuer Liefervertrag mit schwedischem Stahl-Startup Stegra ab 2027

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Politischer Rückenwind für Marinesparte

TKMS verhandelt gemeinsam mit dem indischen Partner Mazagon Dock Shipbuilders Limited über die Fertigung der U-Boote. Der heutige Besuch des Kanzlers in Ahmedabad und Gandhinagar soll diplomatische Hürden ausräumen. Ein finaler Vertragsabschluss steht zwar noch aus, doch die Verhandlungen befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Für die Marinesparte wäre ein Zuschlag wegweisend: Die Auftragsbücher würden auf Jahre gefüllt, die Bewertung im Hinblick auf einen möglichen Spin-off oder Verkauf deutlich steigen. Die hochrangige politische Unterstützung aus Berlin gilt als entscheidendes Signal für den weiteren Verhandlungsverlauf.

Jindal Steel übernimmt Stahlsparte

Parallel zum Rüstungsdeal nehmen die Gespräche über den Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) an Jindal Steel International konkrete Formen an. Das favorisierte Modell sieht eine gestaffelte Übernahme vor: Jindal soll zunächst 60 % der Anteile übernehmen, die restlichen 40 % würden in späteren Tranchen folgen.

Die Pensionsverpflichtungen und die bilanzielle Entkonsolidierung bleiben zentrale Verhandlungspunkte. Gelingt der Verkauf, wäre Thyssenkrupp die zyklischen Risiken und bilanziellen Lasten des Stahlgeschäfts los. Marktberichte über den Fortgang der Due Diligence hatten zuletzt bereits für Kursaufschläge gesorgt.

Operative Fortschritte bei Materials Processing

Abseits der großen M&A-Themen meldet Thyssenkrupp Materials Processing Europe heute einen Liefervertrag mit dem schwedischen Stahl-Startup Stegra (ehemals H2 Green Steel). Ab 2027 erhält Thyssenkrupp signifikante Mengen an Stahl aus dem Werk in Boden, Schweden – konkret geht es um ein Volumen im hohen sechsstelligen Tonnenbereich.

Die Vereinbarung unterstreicht, dass der Konzern seine Position als Werkstoffhändler zukunftssicher ausbaut und neue Partnerschaften im Bereich grüner Stahltechnologien fixiert.

Neubewertung bei erfolgreicher Restrukturierung

Die Thyssenkrupp Aktie befindet sich in einer Sondersituation. Sollte der 8-Milliarden-U-Boot-Auftrag offiziell in die Orderbücher wandern und der Stahl-Verkauf an Jindal im ersten Quartal 2026 besiegelt werden, dürfte eine Neubewertung anstehen. Die Richtung der aktuellen Entwicklungen ist eindeutig positiv – allerdings sind die großen Verträge final noch nicht unterzeichnet. Am 13. Januar wird sich zeigen, ob der Indien-Besuch erste konkrete Ergebnisse bringt.

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