Thyssenkrupp Aktie: Gewerkschaft blockt ab
Die Stahlkrise von Thyssenkrupp eskaliert: Der indische Investor Jindal fordert Tausende zusätzliche Entlassungen – und stößt auf harten Widerstand der IG Metall. Während die Stahlsparte kämpft, jubelt die abgespaltene Marinesparte über einen Milliarden-Deal mit Indien.
Jindal will mehr als vereinbart
Der indische Stahlkonzern Jindal prüft derzeit die Bücher von Thyssenkrupp Steel Europe. Das Ergebnis: Jindal verlangt den Abbau von bis zu 3.000 weiteren Stellen – zusätzlich zu den bereits vereinbarten Kürzungen. Das berichtet die Rheinische Post.
Die Fakten zur Stahlkrise:
- 11.000 Stellen sollen laut Sanierungstarifvertrag bis September 2030 wegfallen
- Kapazität wird von 11,5 auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduziert
- Jindal fordert nun 2.000 bis 3.000 zusätzliche Kürzungen
- Die Restrukturierung ist bis 2030 finanziert
Die IG Metall lehnt weitere Zugeständnisse kategorisch ab. NRW-Bezirksleiter Knut Giesler stellte klar: Die Vereinbarungen des Sanierungstarifvertrages seien "unantastbar". Man erwarte von Jindal ein Konzept auf Basis des bestehenden Vertrags.
Marinesparte punktet mit 8-Milliarden-Deal
Ganz anders die Lage bei Thyssenkrupp Marine Systems. Die im Herbst 2025 abgespaltene Marinesparte steht kurz vor einem U-Boot-Deal mit Indien im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar. Deutschland und Indien verhandeln über den Bau von sechs konventionellen U-Booten des Typs 214 mit luftunabhängigem Antrieb.
Die Fertigung soll bei Mazagon Dock Shipbuilders in Indien erfolgen – inklusive vollständigem Technologietransfer. Bundeskanzler Friedrich Merz reiste Mitte Januar persönlich nach Indien, um das Projekt voranzutreiben.
TKMS sitzt auf einem Auftragsbestand von über 18 Milliarden Euro – ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die gestiegenen europäischen Verteidigungsbudgets spielen dem Unternehmen in die Karten.
Analysten heben Kursziele an
Bernstein Research stufte TKMS Anfang Januar von "Underperform" auf "Market Perform" hoch und setzte das Kursziel auf 67 Euro. Die Analysten bezeichnen TKMS als "nationalen Champion" mit verbesserter Preismacht.
Die Deutsche Bank ging noch einen Schritt weiter: Sie hob das Kursziel von 82 auf 99 Euro an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Analyst Christophe Menard sieht weiteres Potenzial nach den Fortschritten beim Indien-Deal. Die TKMS-Aktie notiert aktuell bei rund 95 Euro – deutlich über dem Emissionspreis vom Herbst.
Mutterkonzern erwartet 800 Millionen Verlust
Thyssenkrupp selbst rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Nettoverlust von etwa 800 Millionen Euro. Die Stahlrestrukturierung und die TKMS-Abspaltung belasten das Ergebnis massiv. Die Aktie notiert bei 10,32 Euro. Die beeindruckende Jahresperformance von über 155 Prozent spiegelt vor allem die Neubewertung durch den TKMS-Spin-off wider – Altaktionäre halten nun Anteile an beiden Unternehmen.
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