Nach dem Absturz auf ein Mehrmonatstief von 7,15 Euro Ende März zeigt die Thyssenkrupp-Aktie heute eine deutliche Gegenbewegung. Der Kursanstieg kommt jedoch vor dem Hintergrund erheblicher struktureller Unsicherheiten — und der Weg zurück zu alten Stärken bleibt weit.

Schwacher Trend, kurze Erholung

Die Erholung fällt in einen anhaltenden Abwärtstrend. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 19 Prozent verloren, der aktuelle Kurs von rund 7,88 Euro liegt mehr als 20 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Das Analystenkonsens-Kursziel von 10,90 Euro signalisiert zwar erhebliches Aufholpotenzial — doch dieses spiegelt vor allem die Unsicherheit über die künftige Konzernstruktur wider, nicht Zuversicht über das operative Geschäft.

Belastet wurde der Titel zuletzt auch durch das schwache MDAX-Umfeld sowie durch Turbulenzen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Zwei Analysten haben die Aktie im März unter die Lupe genommen: einer empfiehlt den Kauf, einer rät zum Halten.

Drei offene Baustellen

Hinter der Kursbewegung stecken gleich mehrere strategische Weichenstellungen, die noch keine endgültige Form angenommen haben.

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Die Handelssparte Materials Services — mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Mitarbeitern eine der größten Einheiten im Konzern — soll eigenständig werden. Ob per Börsengang im Herbst 2026, Abspaltung an die Aktionäre, Verkauf oder Umwandlung in eine KGaA: Eine Entscheidung steht noch aus.

Bei der Stahlsparte dreht sich der Knackpunkt um rund 2,4 Milliarden Euro Pensionslasten, die eine Einigung mit dem indischen Partner Jindal bislang erschweren. Reuters hatte im Januar über laufende Verhandlungen zu einer gestaffelten Beteiligungsstruktur berichtet.

Positiver sieht es bei Thyssenkrupp Marine Systems aus. Die Marinesparte, seit Oktober 2025 börsennotiert und im Dezember in den MDAX aufgenommen, verfügt über einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. TKMS gilt als einziger Bieter für das Fregatten-Programm F127 der Bundeswehr und bewirbt sich zudem um einen kanadischen U-Boot-Auftrag über bis zu zwölf Einheiten. Thyssenkrupp hält 51 Prozent der Anteile.

Zwei Termine im Blick

Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 wird zeigen, ob die operativen Fortschritte mit den strategischen Ambitionen Schritt halten. Kurz darauf könnte eine EU-Entscheidung zur Stahlpolitik für zusätzliche Bewegung sorgen: Das EU-Parlament hat bereits einem Vorschlag zugestimmt, die Stahl-Importquoten um 47 Prozent zu kürzen und den Schutzzoll auf 50 Prozent zu verdoppeln. Ein Inkrafttreten ist zum 1. Juli 2026 angestrebt — ein potenziell spürbarer Rückenwind für die europäische Stahlindustrie, sofern die Trilog-Verhandlungen mit dem Rat im Frühjahr zum Abschluss kommen.

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